Mit Illustrationen von Nikolaus Heidelbach. Es ist ein besonderer Tag im kleinen Ort Thorshafen an der Ostsee: Das jährliche Wettangeln findet am See gleich hinter den Deichen statt. Nur durch einen Zufall nimmt der Erzähler daran teil und lernt Anja kennen. Gemeinsam angeln verbindet, macht aber auch müde. Eine vom Schilf verdeckte Stelle lädt zum Ausruhen ein, bis sich plötzlich die Angel strafft. Welcher Fisch hat angebissen, vielleicht ein Hecht oder gar ein Wels, der Herrscher des Sees? Am Ende des Tages feiern alle Thorsheimer gemeinsam: die Natur, das Leben, die Fische, das Meer und natürlich die Liebe, wobei nicht verraten sein soll, wie die Lehrerin Frau Laura es fertigbringt, zur Fischkönigin ernannt zu werden.
Barbara Möller gibt gerne zu, dass diese verglichen mit früheren Werken des Autors eher untypisch schmale nachgelassene Erzählung von Siegfried Lenz mitunter etwas blutarm und im besten Fall schräg daherkommt. Macht aber nichts, findet sie. Denn erstens sind alle echten Lenz-Motive (Flüsse, Meere, Fischen, Tauchen) enthalten. Und zweitens, so Möller weiter, ist mit Nikolaus Heidelbach einer der dollsten Buchillustratoren des Landes mit an Bord. Für Möller Grund genug, sich zu freuen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 26.09.2015
Knapp, aber nicht ohne Begeisterung bespricht Christopher Schmidt Siegfried Lenz' postum erschienene, nur wenige Seiten umfassende Erzählung "Das Wettangeln". Wie ein "großes Drama in kleiner Form" erscheint dem Kritiker dieser Text, der ganz leise, fast beiläufig von den großen Themen Liebe und Tod erzählt. Und so begibt sich der Rezensent mit dem kleinen namenlosen Ich-Erzähler zu einem Angelwettbewerb und erlebt mit diesem die erste Liebe, aber auch den ersten Schmerz des Erwachsenwerdens. Neben Lenz' Kunst des stillen, fast unmerklichen "Köderns" bewundert der Kritiker die märchenhaften Illustrationen von Nikolaus Heidelbach.
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