Mit Illustrationen von Peter Schössow. Aus dem Schwedischen von Birgitta Kicherer. Hätte der Außenborder von Opas Boot nicht den Geist aufgegeben und hätte die Zeitung nicht einen Angelwettbewerb ausgeschrieben mit einem sensationellen Preis für den, der den schwersten Hecht an Land zieht, dann hätten Kaspar und Opa einfach weiter Barsche angeln und ihre Holzpferdchen schnitzen können. Geht aber nicht. Kaspar muss nämlich alles daransetzen, selbst den Monsterhecht zu fangen - um Opa zu retten. Der plant nämlich zu mogeln, um zu gewinnen. Das darf Kaspar einfach nicht zulassen. Schließlich geht es nicht mehr nur um einen neuen Außenborder, sondern um nichts weniger als um Opas unsterbliche Seele.
Es braucht schon große Erzählkunst, um eine Geschichte so voller moralischer Fragen und biblischer Anspielungen zu packen, ohne zu moralisieren, weiß Rezensentin Judith Scholter. Mikael Engström gelingt das in seinem Kinderbuch "Kaspar, Opa und der Monsterhecht" unfassbar gut, findet die Rezensentin. Von der Frage, ob man bei einem Angelwettbewerb auch nicht schummeln darf, wenn es keiner herausfände, bis hin zur Furcht vor der Sintflut am eventuell bevorstehenden jüngsten Tag nimmt Engström die Sorgen seines kindlichen Protagonisten ganz ernst - und streut dann an den richtigen Stellen das richtige Maß an Komik ein, lobt Scholter.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.10.2015
Wie ein schwedischer Kinderbuchklassiker kommt Fridtjof Küchemann Mikael Engströms Buch jetzt schon vor. Von Angelabenteuern am See über sommerliche Müßigkeit und den Zauber der Kindheit bis hin zu den Zimtschnecken fehlt laut Rezensent keine wichtige Zutat in diesem Buch, das sich um einen Angelwettbewerb dreht, aber eigentlich um Gut und Böse und die Frage, ob eine kleine Schummelei erlaubt ist, um den Preis einzuheimsen. Knifflige Fragen, leicht verpackt, meint Küchemann.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 02.10.2015
Für Markus Schulte von Drach ist Mikael Engströms Kinderbuch über einen Sechsjährigen und dessen Großvater schlichtweg ein Kunstwerk - denn es fällt dem Rezensenten schwer zu erklären, warum im Einzelnen ihn "Kaspar, Opa und der Monsterhecht" literarisch überzeugt. Doch das Buch tut es, und deshalb hält der Kritiker es für gelungen, lobt vor allem dessen "einfache, kaum fassbare Poesie". Zwar zweifelt Schulte von Drach daran, dass Kinder die reflexive Ebene rund ums Jüngste Gericht vollständig erfassen können und hält die Kritik des Autors an der Furcht vor göttlicher Strafe für recht subtil, doch letztlich ist er sich sicher: Die Poesie des Buchs überfordert auch kleinere Kinder nicht, und gerade deshalb bilde es einen "tollen Einstieg in richtige Literatur".
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