Deutschland im Frühjahr 1945. In die östlich der Elbe gelegenen Gebiete des Reiches ziehen zornige Sieger ein. Die Soldaten der Roten Armee nehmen wie selbstverständlich von Land und Leuten Besitz. Die ersten Tage und Wochen in der Sowjetischen Besatzungszone folgen der unerbittlichen Logik des verheerenden Krieges. Schon bald aber befehlen die Mächtigen in Moskau und Berlin einen Handschlag der Versöhnung. Eine neue 'Freundschaft' soll gestiftet werden – ohne Rücksicht auf das Fühlen und Denken vor Ort. Fortan gelten die Deutschen offiziell als 'befreit'. Das Buch beschreibt den Mythos und die Wirklichkeiten dieser Befreiung. Ob in Schulen oder Betrieben, ob in den Massenmedien oder in Propagandakampagnen, ob während persönlicher Treffen oder gemeinsamer Manöver der Waffenbrüder – diese Freundschaft war allgegenwärtig. Aber wie lebendig war sie wirklich? Konnte und wollte sie die Köpfe und die Herzen der Menschen erreichen? Diesen Fragen geht das Buch anhand vieler überraschender Geschichten aus einem halben Jahrhundert der Besatzung nach. Am Ende steht ein bislang unbekanntes Bild vom Alltag in der DDR.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.10.2009
Mit Interesse widmet sich Rezensentin Henriette Schuppener der von Silke Satjukow verfassten Studie. In der DDR gab es – zumindest offiziell – keinen Zweifel daran, dass die Ostdeutschen 1945 von der Roten Armee befreit wurden. Aber wie sah es später in der Realität aus mit der gern beschworenen Deutsch-Sowjetischen Freundschaft? Sehr schlecht. Zu diesem Ergebnis kommt Schuppener nach der Lektüre dieses Buchs: Die Beziehungen waren äußerst oberflächlich – und sollten es auch sein, hat sie gelernt. Durchbrochen wurde das höchstens mal von jenen, die illegale Handelsbeziehungen mit Russen pflegten. Die "echte Befreiung" fand erst mit "Glasnost" statt, erkennt die Rezensentin. Auch wenn sie einiges gelernt zu haben scheint: Ganz zufrieden ist sie mit dem Band nicht. Ihr missfällt die stark fachterminologische Ausdrucksweise. Und sie hätte sich eine Klärung des Begriffs "Befreiung" gewünscht.
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