Aus dem Englischen von Karen Genschow. Donald Trump regiert unbehelligt, die Tech-Industrie aus dem Silicon Valley ebenfalls, und die Welt scheint sich nach dem Marx'schen Diktum zu verhalten, dass alles Ständische und Stehende verdampft: Arbeit wird automatisiert, Geld virtualisiert, die Klassengesellschaft zerstreut sich, die alte Weltordnung löst sich auf. Zerfällt damit auch der Kapitalismus selbst?
In seinem neuen Buch analysiert der renommierte Kulturkritiker Slavoj Žižek den Zustand der Welt und fragt, was als Nächstes kommen könnte. Doch weil wir so tief in unserer kapitalistisch-neoliberalen Ideologie stecken, können wir dieses Nächste nicht sehen: Es kommt daher wie ein Dieb bei Tageslicht.
Gewohnt witzig, gewohnt sprunghaft erlebt Max Heeke hier den marxistischen Philosophen Slavoj Zizek selbst in seinen düstersten Prognosen. Denn wir sind verdammt, unser Innerstes wurde von den Internetmonopolisten zur Ware gemacht, der Raubbau an der Natur ist unumkehrbar, Nihilismus und Hedonismus führen uns schnurstracks in den autoritären Kapitalismus Pekingscher Prägung. So weit so Zizek, meint der Rezensent. Was ihn jedoch wundert, ist die positive Wendung, die das Buch nimmt. Denn Zizekl erkennt in der Krise die Chance, das hat er von Lenin gelernt: Wenn es der Avantgarde nur gelänge, die Führung zu übernehmen und eine neue Ära jenseits kapitalistischer Ausbeutung einzuläuten, wäre die Revolution schon halb gewonnen. Heeke findet manche Analyse vielleicht etwas ungenau, aber er mag Zizek, seinen unbequemen Geist, seinen wilden Stil und den Mut zu Widersprüchen. Deswegen erhebt er keine gravierenderen Einwände.
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