Zwar ist Bettine Brentano (1775-1859), verheiratete von Arnim, nicht in Berlin geboren - eine Berlinerin ist sie dennoch. Sie hat in dieser Stadt, in der sie fast ein halbes Jahrhundert lebte, Spuren hinterlassen. Bettine lebte ganz in ihrer Zeit und doch schon eine Epoche voraus. Deshalb ist ihr Lebensentwurf, deshalb sind ihre Schriften auch heute noch zeitgemäß. Ihr Berlin war die preußische Hauptstadt in den Jahren der Restauration, der konservativen Neuordnung Europas nach der Revolution in Frankreich. Bettines Orte in Berlin - ihre Wohnungen, die sie häufig wechselte, lagen in der alten Mitte, in der Friedrichstadt und im Tiergarten. Es waren Räume diskussionsfreudiger Geselligkeit, zu der Intellektuelle und Kunstschaffende, Staatsdiener und Oppositionelle gleichermaßen Zutritt hatten
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 11.02.2021
Mit einer kurzen, sympathisierenden Besprechung würdigt Rezensent Wilhelm von Sternburg diesen schmalen Band. Dass Bettina von Arnim eine rechte Nervensäge sein konnte, sitzt ihm offenbar im Hinterkopf, aber hier wird sie von der Autorin als couragierte Frau gewürdigt, so der Kritiker, und da geht er gerne mit. Es brauchte Mut, den König zu bitten, die Brüder Grimm nach ihrer Entlassung aus Hannoverschen Diensten nach Berlin zu holen, oder ihn nach dem Weberaufständen aufzufordern, sich der Armen anzunehmen, darin stimmt der Kritiker der Autorin zu. Bebildert ist das Buch übrigens auch sehr schön, gibt er uns noch mit.
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