Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln 2026
ISBN
9783462008586 Gebunden, 240 Seiten, 23,00
EUR
Klappentext
Botox oder "in Würde altern", zu viele Selfies auf Instagram posten oder jeden Beauty-Trend auf TikTok mitmachen? Frauen im Internet stehen unter ständiger Beobachtung. Jedes Like kann zur Anklage werden, jeder Kommentar zum Politikum. "Wie kann sie nur?" Sophie Passmann ist selbst Teil der widersprüchlichen Welt weiblicher Selbstdarstellung in den sozialen Medien. Radikal selbstkritisch seziert sie die Phänomene, die eine ganze Generation prägen: von der asketischen Disziplin einer Hailey Bieber über die kalkulierte Görenhaftigkeit von Charli XCX bis zur neurotischen Perfektion von Taylor Swift. Warum sind wir alle so fasziniert von Frauen, die uns etwas vormachen - und gleichzeitig hassen wir sie genau dafür?
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 27.03.2026
Als hätte sie ihren eigenen Instagram-Account durch einen Textgenerator geschickt, so liest sich Sophie Passmanns neues Buch: Witzig, knallig, farbig, ziellos, - einfach "unerträglich" und gerade darin seinem Thema angemessen, findet Rezensentin Leonie C. Wagner. Unerträglich etwa, wie Passmann in postironischer Selbstreflexion ihr toxisches Suchtverhältnis zu den sozialen Medien beschreibt. Unerträglich, wie sie ihren neidvollen Blick auf andere Frauenkörper schamlos offenbart. Unerträglich, wie sie die Kategorien von Weiblichkeit rekonstruiert, indem sie sich ihnen amüsiert und voller Bewusstsein ausliefert. Und trotzdem liest man "irgendwie weiter", staunt Wagner. Weil Passmann hier etwas auf den Punkt bringt? Weil sie einfach unterhaltsam ist? Oder weil man sich wie Wagner eine kathartische Wirkung erhofft, in der Passmann in den Widerstand geht anstatt sich auszuliefern? Leider wird diese Hoffnung enttäuscht und so fragt sich die Rezensentin am Ende der Lektüre: Kann sie wirklich nicht anders?
Rezensionsnotiz zu
Die Welt, 07.03.2026
Rezensentin Franziska Zimmerer wirft mit Sophie Passmanns "Wie kann sie nur?" einen Blick in den Spiegel, in dem sie einer ganzen Generation von Frauen bei ihrer Selbstbesiegelung zusehen kann. Das Patriarchat, vermutet Zimmerer, ist nämlich vielleicht gar nicht mehr das Problem. Das Problem ist vielleicht eher jener schrecklich verführerische Spiegel, der uns heute immer wieder auf uns selbst zurück wirft, uns fesselt an unser eigenes wohl kuratiertes Selbstbild, unser Produkt, so die Rezensentin. Passmann reflektiert diesen Prozess in ihrer Gegenwartsdiagnose - schonungslos legt sie ihre eigenen Gedankengänge offen, interpretiert Internetphänomene und analysiert ihre Reaktionen darauf. Das liest sich für Zimmerer zu großen Teilen wie ein Social-Media-Feed: "anschlussfähig, unterhaltsam, oberflächlich", aber genau darin erkennt die Rezensentin die besondere schimmernde Qualität dieses Buches.
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