Herausgegeben von Denise Bergold-Caldwell, Laura Digoh, Hadija Haruna-Oelker, Christelle Nkwendja-Ngnoubamdjum, Camilla Ridha und Eleonore Wiedenroth-Coulibaly. "Spiegelblicke" erscheint 30 Jahre nach dem allerersten organisierten Treffen in Deutschland und damit drei Jahrzehnte nach der Gründung der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland. Essays, Porträts, analytische Texte, Storytelling und Foto-Reportagen: Die beteiligten Autor*innen, Zeitzeug*innen und Porträtierten sind in unterschiedlichen Zusammenhängen mit der Schwarzen Bewegung verbunden. Es sind unterschiedliche Generationen, deren Blicke sich im Band (wider-)spiegeln und Bilder einer vielfältigen Schwarzen Bewegung in Deutschland zeichnen. Sie, analysieren rassistische Strukturen in privaten und öffentlichen Räumen, dokumentieren Stationen Schwarzer Identitätsfindung und des Empowerments und machen die Verschränkung verschiedener sozialer Ausschlussmechanismen sichtbar. Inhaltlich geht es um Schwarze Menschen in der NS-Zeit, die Geschichte des Kolonialismus und seine Reichweite in die Gegenwart - beispielsweise im Bildungs- und Rechtssystem. Um selbstbestärkende Interventionen von Eltern, Lehrenden, Kulturschaffenden oder Medienmacher*innen und alltägliche Geschichten Schwarzer Menschen in Deutschland. Verhandelt werden Themen wie Racial Profiling, die Rolle der Menschenrechte und Refugee Activism. Mit der Frage was es heißt, Schwarz und Queer zu sein, werden intersektionale Perspektiven eröffnet.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 26.02.2016
Rezensentin Marie-Sophie Adeoso ist dankbar über diesen Sammelband mit Beiträgen zu 30 Jahren Initiative Schwarze Menschen in Deutschland (ISD). Inhaltlich und stilistisch vielfältig findet sie die Texte, Erfahrungsberichte, Analysen, Gedichte, Interviews und Kurzporträts über schwarze deutsche Geschichte und Gegenwart. Was Diskriminierung bedeutet, was Selbstermächtigung und die Konfrontation mit Kolonialgeschichte, "Blackfacing" und stereotypen Rollen, erfährt Adeoso beim Lesen. Gerade weil sie als weiße Leserin außen vor steht, hilft ihr der Band, eigene Privilegien und das Leben einer Minderheit zu reflektieren.
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