Herausgegeben von Croine Defrance, Tanja Herrmann und Pia Nordblom. So begann eine der ersten Städtepartnerschaften: Im Dezember 1918 schickte die Stadt Manchester der Gemeinde Lille einen Weihnachtsbaum. Städtepartnerschaften ermöglichen als "alternative Szene" der internationalen Beziehungen die direkte Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger im europäischen Austausch. Die Beiträge zeichnen nicht nur ihre Entwicklung nach 1945 nach, sondern auch die ersten Formen der Partnerschaften zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Nach dem Zweiten Weltkrieg trugen Städtepartnerschaften zur bilateralen Annäherung, zur westeuropäischen Integration und zur sozialistischen Brüderlichkeit in Osteuropa bei. Während des Kalten Krieges bauten sie Brücken zwischen den beiden bipolaren Blöcken. Heute sehen sie sich einer Vielzahl von Herausforderungen gegenüber: ein bürgernahes Europa zu schaffen oder die Wettbewerbsfähigkeit Europas im Zeitalter der Globalisierung zu stärken. Mit ihrer starken symbolischen Dimension bieten die Partnerschaften schließlich einen idealen Rahmen für die gemeinsame Vergangenheitsaufarbeitung und die Schaffung einer europäischen Erinnerungskultur.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.05.2020
Timo Steppat hätte sich in dem Sammelband von Corine Defrance, Tanja Herrmann und Pia Nordblom Ausblicke auf die Zukunft der Städtepartnerschaften gewünscht. Davon abgesehen bietet ihm der Band mit seinen Beiträgen eine "facettenreiche" Einschätzung der Bedeutung von Städtepartnerschaften in der jüngeren Vergangenheit, etwa für die europäische Einigung nach '45 oder die Imageverbesserung Deutschlands nach der NS-Zeit. Die Geschichten im Band über "Anbahnungsversuche" und Abwehrreaktionen zwischen den Kommunen, über Länderklischees und die Aussöhnung zwischen Deutschland und Frankreich liest Steppat mit Gewinn.
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