Im Zuge der aktuellen Eurokrise rücken die Gründungsideen Europas zunehmend in den Hintergrund. Christina Norwig geht in diesem Buch den Visionen der 'ersten europäischen Generation' für ein vereintes Europa nach. Wie sahen junge Europa-Aktivisten in den 1950er Jahren, die den Zweiten Weltkrieg, die entbehrungsreichen Nachkriegsjahre und den sich zuspitzenden Ost-West-Konflikt miterlebt hatten, die Zukunft Europas? Welche Rolle wurde der Nachkriegsgeneration für die europäische Einigung zugeschrieben? Anhand der Quellen der Europäischen Jugendkampagne, die die Europäische Bewegung zwischen 1951 und 1958 durchführte, untersucht die Autorin die Bedeutung von 'Jugend' für die Konstruktion Europas: Die Konzepte 'Jugend' und 'Generation' werden in ihrer Funktion als kulturelle Referenzen im Europadiskurs der 1950er Jahre analysiert.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.05.2016
Angesichts neuer Grenzpfähle empfiehlt Michael Gehler die Arbeit von Christina Norwig. Die Historikerin leistet damit laut Rezensent einen wichtigen Beitrag zur europäischen Integrationsgeschichte, indem sie Akteure einer jungen Aktivistenszene rund um das Eintreten für ein postnationales Europa und ihre Aktionen benennt, die sonst in der Forschung nicht vorkommen. Für Gehler wird die Jugend Europas seit Ende der fünfziger Jahre so als Faktor in den internationalen Beziehungen zuallererst sichtbar. Auch wenn Gruppen und Kampagnen nicht immer unabhängig agierten, wie Norwig dem Rezensenten vermitteln kann, die Vorstellung von einer inaktiven, konsumorientierten und unpolitischen Generation ist für Gehler spätestens nach dieser Lektüre nicht länger haltbar. Ein Personenverzeichnis vermisst Gehler im Band allerdings schmerzlich, ebenso die Berücksichtigung mancher jüngerer Forschungsarbeit.
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