Als Kinder können wir ihn kaum erwarten, später wird er vielen peinlich: Einmal im Jahr ist Geburtstag, und wir lassen uns von der Familie und den Freunden feiern, auch wenn es sonst keinen Grund zu feiern gibt. Aber wie ist dieses Ritual entstanden, was hat es zu bedeuten? Es brauchte eine Bürokratie, um den Tag der Geburt jedes Untertanen festzuhalten, dazu Bürger, die das Feiern nicht dem Adel überlassen wollten. Heute überbieten sich Amerikas Superreiche mit ausschweifenden Geburtstagspartys, und wem das nicht so liegt, der kann nachzählen, wie viele Glückwünsche er in den sozialen Medien erhalten hat.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.05.2018
Manuela Lenzen sieht das ideale Geburtstagsgeschenk in Stefan Heidenreichs Buch. Wie der Kunst- und Medienwissenschafler die Ursprünge des Geburtstags erkundet und seine Geschichte als Ausdruck des sich seines eigenen Wertes bewusst werdenden Subjekts erzählt, hat Lenzen beeindruckt. Foucault und die Bedeutung des Archivs auffahrend, die Römer herbeizitierend und an antike Traditionen erinnernd, macht sich der Autor aber auch lustig über die Sitte, sich selbst zu feiern, erklärt Lenzen.
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