Mit zahlreichen Fotos. Kritisch ist sie. Frech zuweilen. Der Aufklärung verpflichtet. Hat da jemand dogmatisch gesagt? Das ist doch lange her, oder? Als die WochenZeitung 1981 erstmals erschien, gaben ihr nicht viele eine Chance. Jetzt ist die WOZ immer noch da, verlässlich und unabhängig.
Dieses Buch erzählt eine Erfolgsgeschichte, die auch Mediengeschichte ist. Eingebettet in die gesellschaftlichen Umbrüche, in der Schweiz und global. Warum Computer als des Teufels galten. Wer den Kulturboykott organisierte. Welche Medienmonster dingfest gemacht wurden. Wie eine Geheim-WOZ den Geheimdienstchef enttarnen konnte. Weshalb wir alle von den Flüchtlingsbooten nach Lampedusa betroffen sind.
Ach ja, fast pleitegegangen ist die WOZ auch ein paarmal. Jedes Mal wurde sie aufgefangen von der Solidarität ihrer Leserinnen und Leser. Jede WOZ wird von sieben Leuten gelesen. Ihre Bedeutung geht weit über die beschränkte Auflage hinaus. Und das als selbstverwalteter Betrieb, ohne Chefs und mit Einheitslohn.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 22.03.2018
Eine "verdienstvolle" Arbeit ist Stefan Howalds Buch über die Geschichte alternativer linker Medien seit den 80er Jahren, findet Rezensent Rainer Stadler - vor allem angesichts des offensichtlichen Mangels an medienhistorischen Untersuchungen in der Schweiz. Aufschlussreich und interessant erzähle Howald von der Gründung der "Wochenzeitung" und anderen Blättern, von Konflikten und "Spannungen" zwischen den verschiedenen Akteuren. Und er beschreibe die Schwierigkeiten von Finanzierung und Verwaltung, die die meisten alternativen Zeitungen im Laufe der Jahre dahinraffte, resümiert Stadler, der das Buch recht spannend findet.
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