Heinrich Köppler galt in den 70er Jahren als einer der führenden Politiker der CDU. Nach dem Jurastudium entfaltete er ein vielfältiges Engagement im katholischen Verbandswesen, bevor er 1965 in den Bundestag einzog. 1970 wechselte er nach NRW, wo er als "Hoffnungsträger" seiner Partei die Regierungsübernahme anstrebte. Er wirkte in kirchlichen und politischen Ämtern als wichtige Integrationsfigur. Der Autor wertete archivalische Quellen sowie Presseberichte aus und befragte mehr als 50 Zeitzeugen, u. a. Helmut Kohl, Kurt Biedenkopf und Johannes Rau.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.07.2007
Rezensent Kurt Düwell hält große Stücke auf diese Studie über den Politiker Heinrich Köppler, der sowohl in der CDU wie beim Zentralkomitee der deutschen Katholiken eine bemerkenswerte Karriere hinlegen konnte, aber nie recht zum Zuge kam. Als Vorsitzender der CDU in Nordrhein-Westfalen galt er zwar lange Zeit als Hoffnungsträger, rekapituliert Rezensent Düwell, doch kam er nicht gegen die sozialliberale Regierung in Düsseldorf an. Der Arbeit von Stefan Marx entnimmt der Rezensent, dass Köppler immer wieder versuchte, die FDP aus der Koalition mit der SPD herauszulösen, wobei ihm jedoch die Zerstrittenheit der Bundespartei und vor allem die Kanzlerkandidatur von Franz Josef Strauss einen Strich durch die Rechnung machte. Mit dieser Deutung scheint der Rezensent voll und ganz einverstanden, und so sieht er durch dieses Buch eine "aufrechte und kämpferische, auch von den Gegnern respektierte Führungspersönlichkeit" gewürdigt.
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