Mit zahlreichen Abbildungen und zwei Karten. Einhard war einer der engsten Berater Karls des Großen und Ludwigs des Frommen. Als Karls Biograph hat er unser Bild des ersten Kaisers im Westen des mittelalterlichen Europas geprägt. Anschaulich erzählt Steffen Patzold Einhards bewegtes Leben zwischen kaiserlichem Hof und Heiligenkult. Einhard war anders: ausgebildet im Kloster Fulda, aber kein Mönch; ein Laie, aber hochgelehrt; ein freier Mann, aber so kleingewachsen, dass er kaum fähig war, ein Schwert zu führen; ein Höfling im Zentrum der Macht, aber aus unbedeutender Familie. Die Spannungen brachten Einhard schon früh dazu, über sich und seine Rolle in der Welt nachzudenken. Als junger Mann kam er auf Empfehlung des Fuldaer Abtes an den Hof Karls des Großen. Dort machte er binnen weniger Jahre Karriere. Seine rasche Auffassungsgabe, sein Geschick und seine ausgeprägte politische Flexibilität erlaubten es ihm, mehr als drei Jahrzehnte hindurch alle Erschütterungen und Krisen des Frankenreichs im Herzen der Macht zu überleben und Politik zu gestalten. Wer Einhard beobachtet, erhält einen tiefen Einblick in die Kultur des Frankenreichs zur Zeit Karls des Großen. Und er lernt einen Menschen aus dem Frühmittelalter kennen, der uns ungewöhnlich viel von sich selbst überliefert hat.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.12.2013
Im Wesentlichen ist Rezensent Erwin Seitz mit der Biografie, die Steffen Patzold nun unter dem Titel "Ich und Karl der Große" über Einhard, den Biografen Karls des Großen, vorgelegt hat, zufrieden. Er lobt das Vorgehen des Professors für Mittelalterliche Geschichte an der Universität Tübingen, nach eingehender Prüfung der Quellen Faktenwissen darzustellen und zugleich mit einer Portion Fantasie die Leerstellen in der Forschungslage mit Lebendigkeit zu füllen. So liest der Kritiker etwa, dass Einhard mit seiner Biografie über Karl den Großen ein neues Genre begründete, indem nun nicht mehr nur über das Leben von Heiligen und Klerikern berichtet wurde, sondern in Anekdoten eine bedeutsame weltliche Person dargestellt wurde. Auch über Einhards Privatleben, das dank Karls großzügiger Unterstützung ein wohlhabendes war, erfährt Seitz so viel, dass er fast das Gefühl hat, Einhard persönlich zu kennen. Dennoch muss der Rezensent gestehen, dass das "sympathische" und lehrreiche Buch einige Schwachstellen aufweist: Eine genauere inhaltliche Untersuchung von Einhards Werk hätte den Autor vielleicht davon abgehalten, seinen Protagonisten zu unterschätzen, so Seitz.
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