Stella Silberstein

Hotel Excelsior

Tagebuch einer Suche
Cover: Hotel Excelsior
Dölling und Galitz Verlag, Hamburg 2005
ISBN 9783937904306
Gebunden, 275 Seiten, 14,80 EUR

Klappentext

Herausgegeben von Ingeborg Hecht und Kurt Kreiler. Von Dezember 1943 bis März 1944 ist Stella Silberstein "Gast" im "Excelsior" in Nizza, einem von den deutschen Besatzern vereinnahmten Hotel. Der Hotelchef ist Alois Brunner - oder genauer, SS-Obersturmbannführer Brunner -, verantwortlich für Massenmorde an Juden in Wien (1939-1941), in Griechenland (1943) und in Frankreich (1943-44). Um sich zu retten, macht Stella Silberstein sich nützlich, wischt das Treppengeländer und fegt die Flure. Ihr Mann, der Wiener Arzt Richard Borger, hat die Neuzugänge zu untersuchen und festzustellen, ob sie jüdisch rituell oder aus medizinischen Gründen beschnitten sind. Er kann vielen Männern das Leben retten. Eines Abends verschwindet Richard. Stella wird nach quälenden Verhören für den Folterkeller freigegeben, überlebt jedoch durch die Hilfe eines deutschen Bewachers. Im April wird sie nach Auschwitz deportiert, später nach Bergen-Belsen verlegt, wo sie am 15. April 1945 befreit wird. Im Dezember 1945 reist Stella über Paris zurück nach Nizza, um Auskunft über Richard zu erhalten, und führt über ihre Begegnungen und Erlebnisse Tagebuch.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 02.05.2006

Doppelt schmerzhaft sei das Tagebuch der Stella Silberstein, berichtet Rezensentin Mirja Kuckuk, für die Schreiberin, aber damit auch für den Leser. Nach der Rückkehr aus dem Konzentrationslager Bergen-Belsen nach Frankreich habe die Autorin mit dem vorliegenden Tagebuch begonnen, das sie, so die Rezensentin, "vor dem Wahnsinn bewahrt" habe. In dem Bericht von ihrer Recherche nach ihrem verschollenen Mann in Nizza, wohin sie 1938 geflohen war, seien Zug um Zug auch die Erinnerungen an Bergen-Belsen in kursiv gesetzten Textpassagen eingefügt. Das Hotel Excelsior, von dem aus Stella Silberstein nach Bergen-Belsen deportiert wurde, referiert die Rezensentin, sei schon zuvor zu einem Gefängnis geworden, in dem die Nationalsozialisten verhört und gefoltert hätten. Unter dem Namen "Simha Noar", "die Freudige", habe die Autorin später in Palästina ein zweites Leben beginnen können. Ihr Tagebuch bilde "den Verarbeitungsprozess einer schwer Traumatisierten ab".

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