Stephan Bickhardt

In der Wahrheit leben

Texte von und über Ludwig Mehlhorn
Cover: In der Wahrheit leben
Evangelische Verlagsanstalt, Leipzig 2012
ISBN 9783374030118
Broschiert, 304 Seiten, 13,80 EUR

Klappentext

Im Mai 2011 verstarb Ludwig Mehlhorn nach schwerer Krankheit. Der Dissident und Mittler zwischen den Kulturen hinterließ zahlreiche Schriften. Der vorliegende Band versammelt Texte von und über Ludwig Mehlhorn. Sie geben Einblick in sein Engagement in der Evangelischen Studentengemeinde Freiberg und bei Aktion Sühnezeichen, erzählen von seinen Kontakten zur polnischen Opposition und seinem Wirken als Mitbegründer von "Demokratie Jetzt". Mehlhorn, der in kirchennahen Gruppen arbeitete, der Lesungen in seiner Wohnung abhielt, selbst oppositionelle Schriften verfasste oder aus Polen in die DDR schmuggelte und übersetzte, stand im Fokus der Staatssicherheit. Sein Engagement als Christ führte ihn in den Kampf gegen die Diktatur und für eine Zivilgesellschaft. Die europäische Verständigung zwischen Ost und West galt ihm als wichtige Gegenwartsaufgabe. Neben den Texten Mehlhorns zeichnen verschiedene Autoren, Wegbegleiter und Freunde den Lebensweg des Bürgerrechtlers nach.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 18.10.2012

"Ludwig wer?", nimmt Christoph Dieckmann die naheliegende Frage des Lesers voraus, der Stephan Bickhardts Band mit Texten von und über Ludwig Mehlhorn zur Hand nimmt. Der Rezensent hält es zwar für "historisch ungerecht", dass erklärt werden muss, wer Ludwig Mehlhorn war, tut es aber dennoch: einer der bedeutendsten Bürgerrechtler der DDR, der intensiven Kontakt zu Dissidenten in Polen unterhielt, Czeslaw Milosz und Slawomir Mrozek übersetzte und vom SED-Staat entsprechend schikaniert wurde. Während der Friedlichen Revolution war Mehlhorn Mitgründer der Bürgerbewegung Demokratie Jetzt und nach der Wende am Aufbau der heutigen Jugendbegegnungsstätte in Kreisau beteiligt. Dass Mehlhorn, der im vergangenen Jahr im Alter von 61 Jahren an Lungenkrebs starb, nicht weitaus bekannter ist, führt der Rezensent auf seinen "uneitlen Geist" zurück, dem die "publizistische Selbstvermarktung" fern lag. Auf den Inhalt des Buches geht Dieckmann kaum ein, verrät aber immerhin, dass es sich um "ein vielstimmiges Geschichtsbuch, ohne gemütvolle Ost-Memoiren" handelt.

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