Stephan Grotz

Vom Umgang mit Tautologien: Martin Heidegger und Roman Jakobson

Cover: Vom Umgang mit Tautologien: Martin Heidegger und Roman Jakobson
Felix Meiner Verlag, Hamburg 2000
ISBN 9783787315314
Gebunden, 270 Seiten, 34,77 EUR

Klappentext

Einem Vergleich, der wie der vorliegende Martin Heideggers Seinsdenken und Roman Jakobsons strukturalistische Poetik engführt, fehlt das Tertium comparationis, das sich unmittelbar aus der Sachhaltigkeit von Heideggers und Jakobsons Schriften ergeben könnte. Er rückt daher ein Moment in den Mittelpunkt, das nur indirekt an den Texten der beiden Autoren zum Vorschein kommt: den Umgang mit Tautologien, wie er sich einerseits im eigenwilligen Sprachstil Heideggers und andererseits in Jakobsons Gedichtinterpretationen abzeichnet. Wenngleich sich dieser Umgang in den denkbar verschiedensten Ergebnissen, in Gestalt einer jeweiligen Theorie, äußert, so hat er doch für diese Ergebnisse und für ihren sprachlichen Vollzugsmodus einen vergleichbaren systematischen Stellenwert.Für die Verdeutlichung der Verfahrensweisen der beiden Autoren exponiert die Arbeit ein typologisches Spektrum an Mustern für ein Sprechen in und über Tautologien, d. h. die beiden wohl grundsätzlichen ?Verwendungsmöglichkeiten` der Tautologie: einerseits als ein sprachpraktisch relevanter Terminus technicus, wie er sich innerhalb der antiken Ars grammatica und Ars rhetorica herausbildet; andererseits als eine in ihrer philosophischen Sachhaltigkeit problematische Satzform.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 13.12.2000

Ob dem Rezensenten dieses Buch nun gefallen hat oder nicht, wird in der Besprechung Peter Gerbers nicht so recht deutlich. Vielmehr konzentriert er sich darauf, dem Leser zu erläutern, um was es dem Autor überhaupt geht. So erfährt man also, dass es nach Grotz bei Jacobson und Heidegger eine Gemeinsamkeit im `Umgang mit Tautologien` gibt, wobei es Grotz - wie der Rezensent anmerkt - in erster Linie um die Technik geht, um das "Verfahren" beim "Produktionsprozess" bei Heidegger. Zwischen den Zeilen lässt sich entnehmen, dass Gerber sich insgeheim fragt, ob so etwas wirklich nötig ist. Dennoch fährt er fort und erklärt, dass die Gemeinsamkeiten in Sachen Tautologie bei Heidegger und Jacobson vor allem bei ihrer Einstellung zur Übersetzertätigkeit deutlich werden. So gehe es Heidegger nicht um das wörtliche Übersetzen. Vielmehr habe er häufig Wörter verwendet, die "weder philosophisch noch philologisch sanktioniert" waren, ohne dabei mit der "angestammten Grammatik zu brechen". Hier liegt nach Gerber der Berührungspunkt mit Jacobson, der der Grammatik ebenfalls eine zentrale Bedeutung beim Verstehen zumisst. Dabei erweist sich Jacobson wiederum als "ideologischer und methodischer Ziehvater von Grotz", wie der Rezensent abschließend feststellt.
Stichwörter

Beliebte Bücher

Nelio Biedermann. Lázár - Roman . Rowohlt Berlin Verlag, Berlin, 2025.Nelio Biedermann: Lázár
Alles beginnt, sogar das Ende, als Lajos von Lázár, das blonde Kind mit den wasserblauen Augen, zur Welt kommt. Seinem Vater, dem Baron, wird der Sohn nie geheuer sein, als…
Heike Geißler. Michaela Kohlhaas - Roman . Suhrkamp Verlag, Berlin, 2026.Heike Geißler: Michaela Kohlhaas
"Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder." So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem…
Robert Seethaler. Die Straße - Roman . Claassen Verlag, Berlin, 2026.Robert Seethaler: Die Straße
Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in…
Petra Morsbach. Orion - Roman . Penguin Verlag, München, 2026.Petra Morsbach: Orion
Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen…