Sie agieren still, unauffällig und kaltblütig: Das "Blaubeer-Mariechen", das sich mit Pflanzengift ihrer Ehemänner und anderer Familienangehöriger entledigt, die Dorfschönheit, die tödlichen Enzian verabreichen lässt, die Krankenpflegerin, die ihre Patienten umbringt, die Mutter, die ihre Kinder tötet. Und zuletzt die "Schwarze Witwe", die im Verdacht steht, vier vermögende Männer getötet zu haben, um an ihr Geld zu kommen. Schon immer haben Mörderinnen größeres Entsetzen hervorgerufen als mordende Männer, stehen sie doch in krassem Kontrast zum Bild der Frau als Lebensspenderin. Alle von Stephan Harbort so spannend wie beklemmend beschriebenen Fälle aus den letzten Jahren und Jahrzehnten haben hohe öffentliche Aufmerksamkeit erregt. Und immer hat diese Reaktion, der "öffentliche Aufschrei", auch etwas über das Innenleben unserer Gesellschaft ausgesagt. In seinem neuen Buch geht Harbort den psychologischen und sozialen Spuren weiblichen Tötens nach.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31.12.2008
Eine Frage hat der Rezensent: Warum morden Frauen eigentlich so selten? Dass und wie sie morden, erfährt Hans-Ludwig Kröber in diesem Buch von einem Experten, dem Hautkommissar Stephan Harbort. Die "Porträts" der 25 bekannt gewordenen deutschen Serienmörderinnen lesen sich laut Kröber wie solide psychologische Gerichtsreportagen, die auch das Typische des jeweiligen Falls beleuchten. Kröber unterhält sich gut dabei. Neugierig lauscht er dem Autor, wenn die Unterschiede zwischen männlichen und weiblichen Serienmördern zur Sprache kommen und staunt: Frauen haben die edleren Motive! Krankenhausmörderinnen einmal ausgenommen, denkt Kröber für sich. Und dass der Band ein ganz gutes Aufklärungsbuch über Frauen abgibt, denkt er auch.
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