Die erste umfassende Analyse der Terrorismusbekämpfung in den 70er Jahren, die sich methodisch und inhaltlich in neue Bereiche vorwagt. Auf der Grundlage umfangreicher Aktenmaterialien aus dem "Herzen des Staates", ist es Stephan Scheiper gelungen, den fundamentalen Wandel staatlichen Handelns, der in den 1970er Jahren mit der Terrorismusbekämpfung und dem politischen Konzept der Inneren Sicherheit einherging, herauszuarbeiten. In einer historischen Tiefenbohrung, die sich u.a. den Hauptakteuren wie Helmut Schmidt, Werner Maihofer und Horst Herold widmet, macht er deutlich, aus welchen Erfahrungshorizonten staatliches Handeln in der Bundesrepublik jener Zeit gespeist war und im Kontext welcher langfristigen Entwicklungen seit dem 19. Jahrhundert dies ablief.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.11.2010
Nicht wirklich überzeugt ist Rezensent Franz Decker von Stephan Scheipers Arbeit über die Terrorismusbekämpfung in der BRD der 1970er Jahre. Zwar biete das Buch mit seinem an sich durchaus spannenden Thema in seinen Augen eine enorme Materialfülle. Aber er vermisst eine strukturierte Darstellung, zentrale Fragestellungen sowie eine systematische Argumentation. Stattdessen findet Decker in dem Buch ein Reihe von ungeordneten Ober-, Unter- und Neben-Thesen. Diese scheinen ihm zum Teil recht fragwürdig. Die Auffassung, dass der Rechtsstaat erst im Zuge seiner existenziellen Bedrohung durch die RAF "laufen gelernt" habe, teilt er ebenso wenig wie die, dass andere Bereiche der Politik in den 70er Jahren vernachlässigt worden seien. Nicht zuletzt fehlt ihm eine systematische Darstellung der Rolle wichtiger Akteure der Terrorbekämpfung. Deckers Fazit: viel Stoff, aber keine "wirklich überzeugenden und weiterführenden Einsichten".
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