Aus dem Französischen von Kai Wilkson. Marcels Leidenschaft für Albertine erwacht während der Sommerfrische im malerischen Seebad Balbec. Proust führte seine Feder dabei wie einen Pinsel und erweckt in seinen Beschreibungen berühmte impressionistische Gemälde zum Leben. Seit mehr als 14 Jahren arbeitet Stephane Heuet bereits an der Umsetzung von Auf der Suche nach der verlorenen Zeit als Graphic Novel. Dafür wählt er die Schlüsselszenen aus der Recherche aus und vermittelt zusammen mit der malerischen Umsetzung einen Eindruck von Prousts poetischer Prosa. Bei den Illustrationen lehnt er sich an den von Herge geprägten Comic-Stil der Ligne claire der 1930er-Jahre an.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 09.07.2011
Staunenswert ist das Projekt, an dem der Franzose Stephane Heuet schon ein Weilchen sitzt und, wenn alles gut geht, für mehr oder minder den Rest seines Lebens noch sitzen wird. Er erarbeitet nämlich eine Comic-Version von Marcel Prousts Jahrhundertroman "Auf der Suche nach der verlorenen Zeit". Im Original sind bereits fünf Bände erschienen, dieser hier ist der dritte in deutscher Übersetzung, nämlich der zweigeteilte Proust-Unterroman "Im Schatten junger Mädchenblüte". Heuet gewinnt, stellt der Rezensent Christian Schlüter fest, im Fortgang seiner Produktion neue Freiheiten. Er lässt souveräner als zu Beginn mehr Text einfach weg und räumt die ligne-claire-Bildflächen öfter mal frei. Das ist nur gut so, findet Schlüter, der auch den Umgang mit den Bildklischees lobt - schließlich sei Erinnerung als Wiederholung beziehungsweise die Frage der Wiederholbarkeit schon Prousts ureigenes Thema.
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