Warum gibt es eigentlich Männer, und noch dazu so viele? Die Herstellung eines männlichen Organismus ist biologisch sehr aufwendig - weshalb auch etliche Arten ohne Männchen auskommen -, und schon ein einziger Mann könnte mit den bei einem Geschlechtsakt produzierten Samenzellen sämtliche Frauen in Europa befruchten. Mehr noch: Spätestens seit Klonschaf Dolly ist klar, dass Männer sogar zur Erzeugung von Nachwuchs im Grunde überflüssig sind. Ist der Mann also ein evolutionäres Auslaufmodell, ein Irrtum der Natur
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 17.12.2003
Na ja, brummt Arno Orzessek, der aber zumindest seinen Spaß hatte mit Steve Jones' locker-flockigem Ausritt durch die Natur der Männlichkeit: "Etwas Biogenetik, aber nicht zu viel; etwas Reflexion, aber nicht zu ernst; etwas Lifestyle, aber nicht zu dick" - eigentlich genau das Richtige für die "Liegezeit zwischen Weihnachten und Neujahr", wobei des Autors Ehrgeiz ein ganzes Stück vor dem Versuch einer umfassenden Darstellung halt macht: bei den knackigsten Zitaten und den knalligsten Pointen. Aber ohnehin, so Orzesseks vorrangige Erkenntnis, sei der Genetiker Jones nicht geeignet, den Mann zu erklären: "Je mehr Fakten und Anekdoten der fröhliche Londoner ausbreitet, desto klarer wird, dass Biologie keine Antworten gibt, sondern Fragen erst aufwirft." Was bleibt sonst? "Porsche, Penis, Prostatakrebs: Ein Mann ist ein Mann, kein Rätsel."
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