Aus dem Englischen von Malte Krutzsch. Sizilien, 1955: Giuseppe Tomasi ist der Letzte im Geschlecht der Lampedusa. Melancholisch streift er durch das staubige Palermo, vorbei an den Palazzi seiner Vorfahren, von Café zu Café, und ignoriert seine prekäre finanzielle Situation. Als bei ihm ein Lungenemphysem diagnostiziert wird, reift in Tomasi ein Plan: Im Angesicht des eigenen Todes und des Todes einer ganzen Welt, beschließt er, etwas Bleibendes zu schaffen. Der 59-Jährige schreibt den weltberühmten Roman 'Der Leopard'.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.11.2020
Andreas Rossmann rät, die Finger zu lassen von Steven Prices romanhafter Annäherung an, oder besser Entfernung von, Giuseppe Tomasi di Lampedusa. Für Rossmann bestenfalls Kolportage. Schon die Idee, der Schriftsteller könnte seinen großen Roman "Der Leopard" erst nach der Tumordiagnose in Angriff genommen haben, stört Rossmann. Wieso die Tatsachen verdrehen? Dass der Autor gut geforscht hat und sämtliche "Lebensthemen" Tomasis ins Buch packt, ändert für Rossmann nichts daran: Der Autor trifft am Ziel vorbei. Tomasi kommt dem Leser nicht näher. Eher begräbt ihn der Autor unter Smalltalk, Schmuck, Sentimentalitäten, findet Rossmann. Leider.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 17.11.2020
Rezensentin Maike Albath kann sich nur wundern über die Unbedarftheit, mit der sich Steven Price, immerhin ein Literaturdozent, an den großen sizilianischen Romancier Giuseppe Tomasi di Lampedusa heranmacht. Die Faszination des kanadischen Lyrikers für das Leben des melancholischen Fürsten und sein Werk kann Albath durchaus nachvollziehen. Doch die Schlichtheit, mit der sich Price im erzählerischen Lehnstuhl räkelt und dabei eine so banale Geschichten ohne jedes Stilgefühl fabriziert, kann sie nur mit Kopfschütteln quittieren. Zur Qual wird ihr die Lektüre, wenn Licy von Wolff-Stomersee ihren Mann mit den Worten "Komm her, mein Leopard" ins Bett lockt.
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