Aus dem Englischen von Katharina Kakar. Sudhir Kakar, der nach Verlagsangaben bekannteste Psychoanalytiker Indiens, untersucht ein Phänomen, das lange Zeit in der Psychoanalyse vernachlässigt wurde: das Zusammenspiel von Psyche und Geist. Er betrachtet dieses Zusammenspiel in unterschiedlichen Kontexten: durch Heilung emotionaler Störungen, in religiösen Ritualen und in den Leben von drei bekannten spirituellen Meistern - dem im 16. Jahrhundert lebenden tibetisch-buddhistischen Drukpa Kunley, dem indischen Guru Bhagwan oder Osho und Mahatma Gandhi.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.02.2009
Betrifft nicht nur Goa-Freunde: Für Martin Kämpchen legt der Titel dieses Buches noch lang nicht den Leserkreis fest. Was der indische Psychoanalytiker Sudhir Kakar im Namen des deutsch-indischen Kulturtransfers aus dem Grenzbereich von Psychoanalyse, Sexualität, Religion und Spiritualität zu berichten hat, erscheint Kämpchen klug und interessant genug für eine breite Leserschaft. Kakars Anliegen, seine Wissenschaft zu transzendieren und therapeutisch nutzbar zu machen, findet der Rezensent in jedem der im Band enthaltenen Aufsätze aus je unterschiedlicher Perspektive thematisiert, gleich, ob es um Empathie geht, um den buddhistischen Tantrismus oder um eine Kritik an Freuds "Zukunft einer Illusion". Ein allerdings sehr dünner roter Faden ist das. Etwas mehr Zusammenhang zwischen den Texten und deutliche Schlussfolgerungen hätten's gern sein dürfen, meint Kämpchen.
Als "höchst anregende Station" auf dem Weg zu Aufmerksamkeit und Mitgefühl hat Rezensentin Renee Zucker das Buch des indischen Psychoanalytikers gelesen. Nicht nur, weil er darin den weltberühmten Wiener Begründer der Psychoanalyse durch das Nadelöhr einer anderen Kultur führt, wobei er die Rezensentin als "wunderbarer Wanderer zwischen den Welten" beeindruckt. Sondern auch, weil sich darin manch interessanter Ausflug ins Unverhoffte fand, ein "politisch inkorrektes Kapitel" über die Kindheit des Gurus Bhagwan Shree Rainesh zum Beispiel. Aber auch Sudhir Kakars Ausführungen über die Guru-Sehnsucht des Westens als Ausdruck einer Sehnsucht nach nichtnationaler Identität beeindrucken Zucker sehr. Ganz zu schweigen von dessen klugen Gedanken zur Psychoanalyse und westlicher Nachkriegsmentalität, die sie ihn besonders eindrucksvoll in den Kapiteln über das Heilige und das Begehren "durch den Dschungel von Gier und Scham, Ekstase und Innerer Stille" führen sieht.
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