Aus dem Englischen von Joachim Kalka. "Alle Länder malen rosarote Bilder von sich selbst" - und Indien ist da keine Ausnahme. Perry Anderson analysiert, auf welchen fragwürdigen ideologischen Säulen bis heute das indische Selbstverständnis beruht. Dabei geht er mit Gandhi ebenso hart ins Gericht wie mit dessen Nachfolger Nehru. Er beleuchtet die Katastrophe der Teilung 1947 und den Kaschmir-Konflikt neu und hinterfragt die zentralen Begriffe, die in der modernen indischen Politik gern verklärt und beschworen werden: Demokratie - Säkularismus - Einheit.
Rezensionsnotiz zu
Die Tageszeitung, 12.03.2014
Rezensent Detlev Claussen ist bekennender Perry-Anderson-Fan. Nur wenige Autoren können so gut komplexe Gebilde - wie eben den indischen Subkontinent in "Die indische Ideologie - erklären, wie Anderson, findet der Rezensent, da wird nichts vereinfacht und nichts unnötig verkompliziert. Anderson zeigt (auf zweihundert Seiten!), inwiefern das friedfertige, säkulare Indien vor allem das trügerische Selbstbild einiger Eliten ist, die im Wettstreit mit anderen, etwa hinduistischen Fundamentalisten, die postkoloniale kollektive Identität verwalten, erklärt Claussen, der am Ende des Buches zwar ob der Komplexität immer noch ein wenig ratlos ist, aber dennoch um einiges klüger. Der Rezensent rät, für die Lektüre diverse historische Karten der Region bereitzuhalten.
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