Alles beginnt mit einem Brief - einem welligen Stück Papier, darauf zwei winzige, unscheinbare Wörter: Zu spät. Die knappe Nachricht führt dazu, dass fünf Jugendliche - alle Cousinen und Cousins - mit ihren Müttern in das unheimliche Haus des alten Großvaters Viktor Melitzky ziehen, irgendwo am Ende der Welt, im verschwiegenen Örtchen Kamp-Cornell. Dort, im Schatten unzähliger Kornelkirschsträucher, klären Edin, Lu, Johnny, Gabriella und Penelope ein Verbrechen auf, das vor ihnen jahrzehntelang niemand ans Licht bringen konnte.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.03.2025
Rezensent Tilman Spreckelsen lernt mit Susan Krellers Jugendkrimi, was das Genre hergeben kann. Die Geschichte um das Siechtum eines Familienpatriarchen, erzählt die Autorin laut Spreckelsen mal dramatisch, mal hintergründig, immer spannend. Auch, da Kreller viel mit Andeutungen arbeitet, wie der Rezensent erläutert. Dier Figurenzeichnung der Kinder im Buch, die dem Familienrätsel nachgehen, findet er liebevoll und differenziert. Die Story erscheint ihm monströs und grotesk, witzig und immer wieder erhellend. Dass Jugendliteratur sprachlich "limitiert" sei, lässt sich mit diesem Roman außerdem trefflich widerlegen, meint Spreckelsen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 22.02.2025
"Nicht alles, was eigenartig klingt, erfüllt den Tatbestand der Poesie", konstatiert die unzufriedene Rezensentin Susan Vahabzadeh bezüglich Susan Krellers Jugendbuch um eine Gruppe Jugendlicher, die zu ihrem Großvater ziehen und dort mit mysteriös-fantastischen Erscheinungen zu tun haben. "Die Mysterien von Kamp-Cornell" entlarven sich allerdings doch recht unspektakulär, so Vahabzadeh, für die sich die Geschichte ziemlich in die Länge gestreckt anfühlt. Besonders genervt ist sie aber von der Sprache Krellers, etwa wenn ein "Tod nicht mehr lebendig gemacht werden" kann, für die Rezensentin ist das kein gewitzter Umgang mit den Worten, sondern einfach nur falsch - ein Lektorat hätte das beheben sollen, resümiert sie ihre Kritik.
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