Anne Dufourmantelle

Verteidigung des Geheimnisses

Cover: Verteidigung des Geheimnisses
Diaphanes Verlag, Zürich 2021
ISBN 9783035802184
Kartoniert, 168 Seiten, 20,00 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Luzia Gast. Muss man alles zeigen, alles sehen, sagen und kennen? Angesichts eines immer blinderen Vertrauens in den Nutzen von Wissen und Information und entgegen der scheinbar unabweisbaren Forderung nach Transparenz auf allen Gebieten, verteidigt Anne Dufourmantelle das Geheime, das Verborgene, das Ungewusste und Rätselhafte als unverzichtbare Ressource menschlicher Existenz. Ebenso behutsam wie eindringlich entwirft sie Elemente einer Ethik des Geheimnisses im Spannungsfeld von gesellschaftlicher Kontrolle und privater Sphäre jedes Einzelnen. Anne Dufourmantelles Buch ist ein Plädoyer für das Geheimnis als Schutzmauer des Eigenen und lebenswichtige Quelle innerer Freiheit sowie ein Manifest für ein noch nicht entzaubertes Wissen als notwendiger Horizont einer umfassenderen Wahrheit.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.12.2021

Rezensent Moritz Rudolph lernt das Geheimnis wieder zu lieben mit diesen vierzig Miniaturen der französischen Philosophin und Psychoanalytikerin Anne Dufourmantelle. Ihren Heidegger im Gepäck blickt die Autorin in das Verborgene von zeitgenössischen Phänomenen wie Instagram, GPS oder Whistleblowern, persönlich, aber auch stets dem "Weltgeheimnis" auf der Spur, erkennt der Kritiker. Macht und Risiken von Geheimnissen lernt Rudolph hier ebenso kennen wie deren "Zauber". Bei Dufourmantelles Kritik an Überwachungsgesellschaft und Transparenz-Zeitalter geht der Rezensent mit, ihre Hoffnung auf das Überleben des Geheimnisses teilt er gern.
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 19.10.2021

Rezensentin Marlen Hobrack findet in Anne Dufourmantelles bereits 2017 erschienenen Essay "Verteidigung des Geheimnisses" am Ende mehr Fragen als Antworten. Die tragisch verstorbene französische Autorin geht darin der Frage nach, weshalb die Menschen heutzutage keine Geheimnisse mehr besitzen möchten, erklärt Hobrack. Diese Schrift sei der Rezensentin zufolge jedenfalls auf komische Weise eigen, es gäbe keine eindeutige, schlüssige Folge von Fragestellungen was dazu führt, dass man sich bei genauerem Lesen etwas in den Texten verliert. Stattdessen lassen sich aber jede Menge unbeantwortete Fragen und ein Plädoyer gegen die totale Transparenz der Menschen erschließen, resümiert Hobrack.

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