"Bauchgefühle" fragt nach der Bedeutung des Dickseins. Dicksein wird hier nicht als Problem betrachtet, sondern als Phänomen - und nicht zuletzt als individuelle Ausdrucksform. Die Autorin findet Antworten auf Fragen, die bislang in der Öffentlichkeit nicht gestellt werden - allen voran: Was drückt ein dicker Körper eigentlich aus? Ein Mensch hat heute in jedem Fall schlank zu sein. Dicksein ist unerwünscht. Der schlanke Körper ist gesundheitspolitisches Ziel und kulturelle Norm zugleich. Doch trotz aller Aufklärung und zunehmender sozialer Ächtung werden immer mehr Menschen immer dicker. Steckt hinter dem Dicksein noch etwas anderes als nur falsche Ernährung und mangelnde Bewegung? Wie und warum wird jemand dick, obwohl er es eigentlich nicht will?
Höchste Zeit für Körperwahrheiten dieser Art, findet Jenni Zylka. Von lustigen Moppel-Ichs mit witzigen Diättipps hat die Rezensentin schon lange genug. Umso mehr freut sich Zylka über ein erfrischend klischeefreies Buch zum Thema Übergewicht. Die Autorin spricht aus eigener (schmerzhafter) Erfahrung, beschönigt nichts und schafft es schließlich, ihr wahres Gewicht, ihren Körper als übergewichtigen Teil der Wohlstandsgesellschaft zu akzeptieren, staunt Zylka. Sie schätzt die genaue Beobachtungsgabe und Geradlinigkeit der Autorin und hofft auf eine neue Schule, nein nicht der Rund-und-glücklich-Fraktion, sondern der Erkenntnis, dass dicke Körper vor allem der Spiegel sind einer dickmachenden Gesellschaft.
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