Wie Väter ihre Töchter prägen - und umgekehrtOb nur Erzeuger, Versorger oder emotionale Hauptperson: Das Buch misst die Möglichkeiten und auch die Leerstellen von Väter-Töchter-Beziehungen aus. Und es handelt davon, wie Väter heute versuchen, einen von der traditionellen Vaterrolle unabhängigen Weg mit ihren Töchtern zu gestalten. Jede Frau ist Tochter eines Vaters. Der Blick dieses Mannes, seine Werte und Botschaften haben Prägekraft - manchmal ein Leben lang. Sogar, wenn er nur als Erzeuger in Erscheinung getreten, von der Familie getrennt oder ganz abwesend ist. Susann Sitzler lotet in diesem Buch nicht nur die enorme Spannbreite dessen aus, was ein Vater für seine Tochter sein kann - Verbündeter, empathischer Förderer, Sparringspartner. Sie gibt auch den Erfahrungen von Männern mit Töchtern Raum. Persönliche Reflexionen und Erfahrungen aus mehreren Generationen werden verbunden mit Erkenntnissen aus Psychologie und Väterforschung. Immer öfter nehmen Väter die Chance einer bewussteren und aktiveren Beziehungsgestaltung wahr: Die allmähliche Auflösung der Geschlechterrollen öffnet neue Möglichkeiten. Im großen Kaleidoskop der Väter-und-Töchter-Erzählungen können Leserinnen und Leser ihre eigene Geschichte reflektieren.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.05.2021
Rezensent Philipp Krohn hält Susann Sitzlers Buch über Vater-Tochter-Beziehungen für lehrreich und nützlich. Nach ihren Büchern über Geschwister und Freundinnen widmet sich die Autorin hier ausgehend von ihrer eigenen Biografie der Frage, wie Väter das Leben ihrer Töchter prägen und positiv beeinflussen können - beispielsweise, indem sie sie auch in hitzigen Diskussionen im Teenageralter ernst nehmen und ihnen so die Angst vor einem männlichen, überlegenen Diskussionspartner nehmen, lernt Krohn. Aber auch Negativbeispiele wie Missbrauchs- oder Gewaltbeziehungen beleuchte Sitzler. Die Anekdoten und Beispiele erfolgreicher, weil vom Vater ermutigter Frauen, die Sitzler heranzieht (darunter Laura Karasek oder Sofia Coppola), geraten dabei nie "geschwätzig", lobt der Rezensent. Vor allem gefällt ihm, wie gelungen die Autorin den "Erkenntnisgewinn eines Sachbuchs mit dem Erzählbogen eines Romans" verbinde.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 30.04.2021
Knapp, aber begeistert bespricht Günther Wessel dieses Buch, in dem ihm die Autorin und Journalistin Susann Sitzler "persönlich und psychologisch klug" von Vater-Tochter-Beziehungen erzählt. Der Kritiker liest hier von den Folgen von Vaterlosigkeit, von der schwierigen Beziehung zwischen Vater und Tochter vor allem in der Pubertät, aber auch von der Prägung, die das Verhältnis für spätere Paar-Beziehungen bedeutet. Verschiedene Interviews und Studien und der Verzicht auf "Kitsch" lassen den Rezensenten über wenige Redundanzen hinwegsehen.
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