Frauen halten seit Jahrhunderten den Laden am Laufen, kümmern sich um Kinder und Angehörige. Sie investieren viel in Beziehungen und versuchen zudem, ihren beruflichen Anforderungen gerecht zu werden. Sie kämpfen an allen Fronten und verlieren dennoch. Vor allem in der Lebensmitte gehen immer mehr Ehen und Partnerschaften auseinander. Im Regen stehen diejenigen, die für die Fürsorgearbeit beruflich zurückgesteckt haben: Frauen. Die Politik verweist nur schulterzuckend auf die Gesetzeslage - und die ist aus frauenpolitischer Sicht ein Skandal. Wir sagen: Damit muss Schluss sein. Die Lebensleistung von Frauen - und damit meinen wir Fürsorglichkeit und die Übernahme von Verantwortung für andere - muss endlich anerkannt und sozial abgesichert werden. Frauen sind nun mal anders als Männer, und es ist das weibliche Prinzip, das unsere Gesellschaft zusammenhält.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 20.12.2022
Rezensentin Aurelie von Blazekovic kann den "Groll", der aus Susanne Garsoffkys und Britta Sembachs Buch spricht, nur zu gut verstehen. So sei an der Richtigkeit dessen, was die WDR-Journalistinnen ausgehend von persönlichen Erfahrungen anprangern, ohnehin nicht mehr zu zweifeln: Dass Frauen mehr arbeiten als Männer, insbesondere in Form von Care-Arbeit in der Familie und Pflege, haben mittlerweile mehrere Studien bewiesen, stellt Blazekovic klar. Wichtig findet die Kritikerin dabei, dass sich der Groll der Autorinnen aber nicht gegen Männer, sondern gegen die Politik richtet, die den Frauen für ihre Mehrarbeit weder Anerkennung noch finanzielle Entschädigung oder soziale Absicherung biete. Außerdem findet sie interessant, dass die Autorinnen die Annahme bestätigen, dass viele Frauen die Care-Arbeit auch gerne leisten - nur sei daraus bei Weitem nicht abzuleiten, dass diese Arbeit unentschädigt bleiben dürfe. Eine wichtige Warnung für junge Frauen, findet Blasekovic.
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