Wo individuelle Nutzenkalküle und geteilte Erwartungen enden, beginnt das Terrain der Kunstfertigkeit. Unter der Annahme, dass politisches Entscheiden als pragmatischer Problemlösungs- und Abwägungsprozess zu betrachten ist, rollen die Beiträge dieses interdisziplinär angelegten Bandes die Frage neu auf, wie in der Politik unter Bedingungen begrenzter Rationalität Handlungsalternativen entworfen, verhandelt und ausgewählt werden. Die Pandemie hat diesem Anliegen eine ungeahnte Dramatik verliehen, eingeübte Grundsätze, Entscheidungsarenen und Praktiken der Politik stehen mehr denn je zur Disposition. Es ist an der Zeit, diese neu zu vermessen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.07.2022
Rezensentin Ariane Leendertz hätte sich einen genaueren Blick auf die politischen Akteure gewünscht, wenn die Autoren in dem von Karl-Rudolf Korte, Gert Scobel und Taylan Yildiz herausgegebenen Band der Entscheidungsfindung in komplexen politischen Prozessen auf die Spur zu kommen versuchen. Befunde aus Verhaltensökonomie und Kognitionsforschung kommen im Band vor, stellt Leendertz fest. Darüber hinaus erfährt der Leser laut Rezensentin, welcher heuristischen Hilfsmittel (Funktionswissen, Narrative, Routine, Intuition, Nachahmung etc.) sich Politiker bedienen. Wie genau und ob diese Techniken letztlich zur Lösung führen, darüber hätte Leendertz gern von den "real handelnden Individuen" mehr erfahren.
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