Dieses Buch reist in die Geschichte und in die Zukunft. Es blättert in Schriftrollen, betrachtet Gemälde und reibt so lange auf Stadtplänen herum, bis antike Pfade zum Vorschein kommen. Es liest Krimis und nimmt Fingerabdrücke. Es schaut Filme, und es hört bei Popsongs auf die Texte. Häuser stürzen ein, und Spürhunde suchen nach Vermissten. Es ist ein Buch voller Kuscheltiere, T-Shirts und Souvenirs, voll mit echten und falschen Erinnerungen, voller Gerüche und Bilder - und voller Fragen: Sollte ich nicht mal mit Oma über ihre Kindheit reden, solange sie noch da ist? Wie viel meines Humors ist eigentlich der meines Partners? Und wann habe ich zum letzten Mal ein Backup meiner wichtigsten Daten gemacht? Was würde ich zurücklassen, wenn ich aus meiner Heimat fliehen müsste? Und was würde ich unbedingt einpacken? Und wenn ich mal nicht mehr da sein werde: Was sollte mich überdauern?
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 08.02.2019
Rezensent Otto A. Böhmer hat sich bewegt, aber auch beflügelt von Sven Stillich auf einen Spaziergang durch den "Garten des Menschlichen" nehmen lassen. Wenn ihm der Journalist hier geradezu poetisch von den letzten Dingen erzählt, die bleiben, wenn wir die Welt verlassen, überkommt den Kritiker zwar eine "leise Wehmut". Aber Stillich weiß so "schön" und "anregend" zu erzählen, dass Böhmer das Buch auch als Trostspender empfehlen kann.
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