Zweisprachig. Aus dem Spanischen von Jochen Weber. Das Ticken der Pendeluhr im Haus begleitet den Alltag der Familie. Die Uhr sagt, wann es Zeit zum Aufstehen ist, wann Kaffee getrunken und die Wäsche zum Trocknen aufgehängt wird und wann es wieder Zeit zum Schlafen ist. Und nachts, wenn es ganz still ist, wandert ihr Ticken durch das ganze Haus. Nie vergisst der Großvater, die Uhr mit einem kleinen Schlüssel aufzuziehen. Doch eines Tages stirbt der Großvater. Und damit fallen nicht nur die Bewohner, sondern auch die Dinge des Hauses aus der Zeit: Die Suppe wird nicht mehr heiß, die Wäsche trocknet nicht, die Pflanzen wachsen nicht mehr, und ein Kind kommt nicht zur Welt. Erst als der Enkel den Schlüssel zur Uhr in der Jackentasche des Großvaters findet, beginnt die Welt sich von neuem zu drehen. Das Leben nimmt seinen Takt wieder auf, und auch das Kind der Tante wird geboren. Geborgenheit und Verlust, Werden und Vergehen - Samuel Castaño Mesa findet in diesem Bilderbuch Worte und Bilder dafür, wie wir den Gefühlen zu Tod und Trauer den Platz geben können, den sie verdienen. Auch wenn die Uhr stottert oder gar stehen bleibt, findet sich immer ein Schlüssel, um das Leben wieder in Gang zu bringen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 21.06.2019
Als "ruhig, beinahe melancholisch" beschreibt Rezensentin Marlene Zöhrer die Geschichte von Opas Pendeluhr, die Samuel Castaño Mesa hier erzählt. Mit, wie sie findet, zurückhaltenden Bildern und fragilen Worten zeichnet er die kindlichen Gedanken des Enkels nach dem Tod des Großvaters nach, der auch die Pendeluhr zum Stillstehen bringt, weil der Großvater sie nun nicht mehr aufzieht. Die Übersetzung lässt ihrer Meinung nach ein paar Leerstellen, was die bewegte Kritikerin schade findet, da der ursprüngliche Text ihr zufolge so viel zwischen den Zeilen erzählt.
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