Aus dem Französischen von Nicola Denis. Der Sommer bricht an, als Sylvain Tesson, Wanderer zwischen den Welten, zu einem großen maritimen Abenteuer aufbricht. Von den schroffen Felsvorsprüngen Galiziens, entlang der wilden bretonischen Küstenlinie, hinüber zu den weißen Felsen von Wales, dorthin, wo die grünen Abhänge Irlands sich dem Meer entgegenwellen, und weiter noch bis hinauf zu den mystischen Basalthöhlen der äußeren Hebriden und den wild umtosten Felsnadeln Schottlands. Sylvain Tesson pendelt in diesem Buch zwischen See und Land, zwischen Vergänglichkeit und dem, was überdauert, zwischen Geschichte und keltischem Mythos - immer auf der Suche nach den Feen, nach Momenten, in denen sich uns die Schönheit der Natur offenbart. Und er findet sie. In dem Widerschein der Sonne auf dem Meer, dem Rauschen des Windes in den Blättern einer Buche, im perlenden Tau auf dem Fell eines Tieres.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 22.12.2025
Für Rezensent Dirk Fuhrig ist Sylvain Tesson ein Schwärmer, eine Mischung aus Reini Messner und Karl May, ein konservativer Öko-Literat mit Rauschebart. Ob rechts oder nicht, das sollen andere entscheiden, findet Fuhrig und konzentriert sich auf den literarischen Wert der vorliegenden Aufzeichnungen über eine Reise per Boot auf den Spuren der Kelten. Von Galizien bis nach Irland geht der Törn und mutet Fuhrig allerhand sinnliche Metaphern und Fabulationen zu und Weltekel, wenn der Autor aus Ich-Sicht in die Kultur der Kelten eintaucht, Landschaften beschreibt und literarische Bezüge herstellt zu Nietzsche oder Victor Hugo. Nostalgisch, anstrengend, befindet Fuhrig.
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