T.C. Boyle

Sind wir nicht Menschen

Stories
Cover: Sind wir nicht Menschen
Carl Hanser Verlag, München 2020
ISBN 9783446265585
Gebunden, 400 Seiten, 23,00 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Annette Grube und Dirk van Gunsteren. In seinen neuesten Stories nimmt uns T.C. Boyle mit auf eine bewegte Reise in unsere unheimliche Zukunft. Eine Zukunft, in der der kirschrot phosphoreszierende Pitbull das klavierspielende Mikroschwein der Nachbarin zerfleischt. In der durch Genmanipulation perfekte Kinder aus dem Katalog gezeugt werden oder man mit der Relive Box in die eigene Vergangenheit reisen kann. In T.C. Boyles komisch-bizarren Erzählungen wimmelt es von argentinischen Ameisen und ebenso sympathischen wie unheimlichen Wesen, die unser Leben bedrohen.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 11.04.2020

Rezensentin Irene Binal freut sich, dass sie sich die Zeit der Isolation jetzt mit den Kurzgeschichten von T.C. Boyle vertreiben kann, denn sie findet sie ebenso spannend wie scharfsinnig und meisterlich geschrieben. Passenderweise beschwört der Autor in jeder einzelnen eine Natur, gegen die der Mensch letztlich machtlos ist, verrät die Kritikerin: Ob er von Jugendlichen erzählt, die einen Tiger im Zoo zu lange reizen, von einer jahrelangen Dürre an der amerikanischen Westküste oder von einer nahen Zukunft, in der die Menschen sich ihre Kinder im Labor zusammenstellen lassen - immer legt der Autor den Finger genau in die Wunde unserer allzu technologiegläubigen Gesellschaft, stellt die Rezensentin bewundernd fest.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 25.02.2020

Melancholisch und glücklich zugleich liest Rezensentin Meike Fessmann die neunzehn Geschichten aus T.C. Boyles "Sind wir nicht Menschen". Längst sei der Schriftsteller, der in Deutschland häufig als Rockstar amerikanischer Literatur gesehen werde, zum moralischen Stichwortgeber geworden, findet die Kritikerin. Das entnimmt sie nicht nur den großen Themen - genannt werden hier die jüngsten Umweltkatastrophen und das Aussterben der Artenvielfalt - sondern auch den Figuren, die in Boyles Erzählungen auftreten. Ihnen allen gemein sei eine Art innerer Kompass der Verantwortung, auch wenn sie "in allen Ecken und Enden vom Untergang bedroht" sind. Beziehungskonflikte, den Tod oder ethische Fragen handelt Boyle "dicht" und "atmosphärenstark" aus - Feßmann sieht in den Erzählungen ein "Memento mori" fürs Individuum. 

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 17.02.2020

"Große Erzählkunst" bekommt Hans von Trotha mit den neuen Geschichten von T.C. Boyle. Dass der Autor so ungemein produktiv ist, schadet der Qualität seiner Arbeiten offensichtlich nicht, wundert sich der Rezensent, der den Autor in den aktuellen Short Storys in Bestform antrifft. Wie sich mit wenigen Worten eine spannungsreiche Situation zaubern und ins Unvorhergesehene entwickeln lässt, kann der Leser laut Trotha an jedem der Texte studieren. Mit seinen Hausgöttern Lord Byron und Italo Calvino im Gedächtnis untersucht Boyle diesmal laut Rezensent vor allem die Konstellation Menschen in der Natur. Das geht nicht gut aus, so Trotha, ist verstörend, aber auch komisch und immer verblüffend und spannend.
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