Aus dem Japanischen von Martin Gericke. Das Kinderheim Star Kids ist das Zuhause für eine Gruppe von Waisen und Pflegekindern. Ihre Lebenswege aus der Vergangenheit sind so unterschiedlich wie ähnlich geprägt, ihr Heranwachsen unter der behutsamen Heimleitung abhängig von individuellen Erfahrungen und Träumen. Allen gemeinsam ist ihr Zufluchtsort, das Wrack eines Nissan Sunnys 1200, in den sie sich gemeinsam zurückziehen, um Pläne zu schmieden, sich in Fantasien zu flüchten, die Welt in Gedanken zu bereisen, ins Weltall abzuheben oder einfach nur ganz für sich allein für einen Moment dem Alltag zu entfliehen.
Rezensentin Marlen Hobrack annonciert mit den ersten beiden Bänden von Taiyo Matsumotos "Sunny"-Reihe ein "Ereignis" unter den Manga-Erscheinungen. Im Grunde aber sind die Bücher viel mehr als Mangas, fährt die Kritikerin fort, die schon von der prächtigen Aufmachung der Bände umgehauen wird. Fasziniert taucht sie ein in die "melancholischen" Tuschezeichnungen, die ihr die Geschichte von japanischen Kindern erzählt, die aufgrund Verarmung, Überforderung oder Alkoholabhängigkeit der Eltern in Heimen oder bei Pflegeeltern aufwachsen. Immer wieder stehen neue der sogenannten "Sternkinder" im Mittelpunkt, jedes psychologisch und charakteristisch liebevoll und voller Tiefen gestaltet, freut sich Hobrack.
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