Slowenien - das kleine Land zwischen Karawanken und Adria, von 1918 bis 1991 Teil des Vielvölkerstaates Jugoslawien, heute selbständig und bald Mitglied der EU - ist mit seiner konfliktreichen und leiderfüllten Geschichte Gegenstand dieser spannenden historischen Analyse. Die slowenisch-österreichische Historikerin Tamara Griesser-Pecar bietet einen tiefen Einblick in ein besonders dunkles Geschichtskapitel des selbstbewussten, aber von zahllosen Strömungen und Bewegungen zerrissenen slowenischen Volkes. Sie spannt einen Bogen der Ereignisse und Hintergründe - vom April 1941, als Slowenien nach dem Angriff Hitler-Deutschlands auf Jugoslawien von gleich drei Mächten besetzt wurde, bis in die ersten Nachkriegsjahre hinein, die von der Machtergreifung der Kommunisten geprägt waren.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.05.2004
Ein "beeindruckendes und zugleich erschütterndes Gesamtbild des titoistischen Totalitarismus" erblickt Reinhard Olt in Tamara Griesser-Pecars Arbeit "Das zerrissene Volk. Slowenien 1941-1946". Griesser-Pecar zeige, so Olt, dass die von den Kommunisten monopolisierte und instrumentalisierte "Befreiungsfront" mehr Energie im Bürgerkrieg aufbrachte, um "Kollaboranten", "Verräter" und "Volksfeinde" zu verfolgen, als für den "Volksbefreiungskampf". Überfällig findet Olt, dass die "vielen Hinrichtungs- und Schädelstätten des jugokommunistischen Massenmords" auf dem Territorium des heutigen Slowenien beim Namen genannt werden, schließlich sei das Thema in der Öffentlichkeit wie von den historischen Fachvertretern ihres Heimatlandes jahrzehntelang verschwiegen worden. Wer verstehen wolle, warum die slowenische Gesellschaft der Gegenwart trotz beispielloser ökonomischer Prosperität des kleinen Landes, tief gespalten sei, resümiert der Rezensent, "muss dieses Buch zur Hand nehmen".
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