Tatsuo Hori

Der Wind erhebt sich

Novelle
Cover: Der Wind erhebt sich
Mitteldeutscher Verlag, Halle 2022
ISBN 9783963116827
Gebunden, 88 Seiten, 16,00 EUR

Klappentext

Aus dem japanischen von Sabine Mangold. Die zwischen 1936 und 1939 entstandene Novelle "Der Wind erhebt sich", betitelt nach einem Gedicht von Paul Valery, beschreibt die Liebe des Ich-Erzählers zu seiner an Tuberkulose erkrankten Verlobten Setsuko. Ihre vom Tod überschattete, kurze Liaison verleben sie größtenteils fernab der Gesellschaft in einem Lungensanatorium in den Bergen. Beruhend auf persönlichen Erfahrungen schildert Tatsuo Hori mit feinem Gespür die ambivalente Beziehung des Paares, was sich in der lyrischen Darstellung der Umgebung im Wandel der vier Jahreszeiten widerspiegelt.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 20.09.2022

Rezensentin Katharina Borchardt liest interessiert Tatsuo Horis "Der Wind erhebt sich". Der 1953 an Tuberkulose verstorbene Autor schreibt in dieser Novelle aus der Perspektive des Verlobten der jungen Japanerin Setsuko, die im Jahr 1935 wegen ihrer Erkrankung in ein Lungensanatorium muss, erklärt Borchardt. Dafür beschreibt er nicht den Klinikalltag, sondern beobachtet die Natur und zieht Vergleiche zwischen Krankheit und Meteorologie. Das ist der Rezensentin zufolge hoch verdichtet und intensiv und sie findet es beeindruckend, dass eine so kurze Geschichte so viele Gedanken und Assoziationen in den LeserInnen erwecken kann - sie nennt Rilke, Haruki Murakami oder Thomas Mann. Das Buch ist somit nicht nur eine "eskapistische Liebesgeschichte", sondern fungiert auch als Scharnier zwischen der europäischen und japanischen Literatur, schließt Borchardt.