Aus dem Japanischen von Sabine Mangold. Yukio Mishima gilt als einer der bedeutendsten und meistübersetzten Autoren Japans. Er wurde nicht nur durch seinen Roman "Bekenntnisse einer Maske", sondern auch durch seinen Selbstmord 1970 weltbekannt. Damals hatte er in Tokio in einer theatralischen Aktion einen Putsch zugunsten des japanischen Kaisers ausgerufen und dann vor aller Augen Harakiri begangen.In seinem autobiografischen Spätwerk "Sonne und Stahl", das 1968 als Gesamttext veröffentlicht wurde, reflektiert Mishima vor dem Hintergrund seiner intellektuellen, spirituellen und physischen Entwicklung insbesondere die Beziehung zum eigenen Körper, zu dem er erst in seiner zweiten Lebenshälfte durch obsessives Training in Bodybuilding und Kampfkunst sowie einer Episode beim japanischen Militär einen positiven Bezug entwickeln konnte.Mittels einer eigenwillig subversiven und elektrisierend poetischen Metaphorik lässt er uns teilhaben an seiner Verwandlung vom "Mann der Worte" zum "Mann der Tat." In dieser paradoxen Verfassung kreiert er, den parasitären Worten zum Trotz, eine mystische Sprache des Körpers, um seine persönliche "Fleischwerdung des Logos" zu inszenieren.
Yukio Mishima versucht sich in der hier vorliegenden Essaysammlung von den Worten zu lösen und sich der Körperlichkeit hinzugeben, erläutert Rezensent Christoph Schröder. Der japanische Schriftsteller steht damit, so Schröder weiter, in einer vitalistischen Tradition, zu der auch Autoren wie Ernst Jünger und Friedrich Nietzsche zählen, und wie bei Nietzsche führt auch bei Mishima die Überhöhung des Körpers letztlich zur Todessehnsucht. Das hängt laut Rezensent mit Kindheitserlebnissen Mishimas zusammen, die in den Essays als Hinwendung zum Heroismus reflektiert werden. Das liest sich natürlich, gesteht Schröder ein, in unserer Zeit seltsam und ist teilweise anschlussfähig an rechte Diskurse. Dennoch plädiert der Rezensent dafür, Mishima als den faszinierenden Literaten ernst zu nehmen, der er zweifellos ist.
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