Aus dem Georgischen von Rachel Gratzfeld. Tbilissi 1968: Die Mafia ist mächtig, der Staat korrupt. Mitten in die Machenschaften der georgischen Mafia gerät der siebzehnjährige Dschude. Lebenshungrig, ehrgeizig und verliebt, wird er eines Verbrechens beschuldigt, das er nicht begangen hat. Das Urteil: Straflager in Ostsibirien. Was dann folgt, ist eine abenteuerliche Odyssee, die den jungen Dschude quer durch Sibirien, durch russische Straflager und Gefängnisse führt. Tödliche Kälte und Tuberkulose sind dabei die geringsten Gefahren, denen Dschude zu trotzen hat. Als er Jahrzehnte später zurückkehrt, stolpert er in ein völlig anderes Tbilissi: Das Land ist unabhängig, und mit der Rosenrevolution bricht eine neue Ära an. Ein Panorama über das Georgien der 1970er Jahre bis in die Gegenwart. Und dabei nicht zuletzt die Geschichte einer großen Liebe.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.03.2024
Gebannt liest Rezensent Tilman Spreckelsen die Geschichte des georgischen Strafgefangenen Dschude, die der Regisseur Temur Babluani in seinem Debütroman erzählt: Er wird für einen Mord verurteilt, den er nicht begangen hat. Die Romanhandlung erstreckt sich über vierzig Jahre, dem Protagonisten stößt zwischen Mordanschlägen und Identitätsdiebstählen einiges zu, allerdings wird uns Lesern auch das ein oder andere verschwiegen, so Spreckelsen, den der Roman mit seinem "an Umschwüngen reichen Schicksal" an Simplicissimus erinnert und dem Kritiker in seiner raschen Erzählweise zeigt, dass manches Unrecht auch in der postsowjetischen Zeit noch fortbesteht.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 30.11.2023
Mit angehaltenem Atem liest Rezensentin Olga Hochweis diesen fast filmischen Debütroman des Georgiers Temur Babluani: Babluani ist zwar schon über 70, war aber zuvor eher als Filmschaffender aktiv. Im Zentrum steht der 17-jährige Dschude, der einen Doppelmord gesteht, den er nicht begangen hat - die Mafia drängt ihn dazu, er hofft, als Minderjähriger eine kürzere Lagerhaft ableisten zu können, erfahren wir. Die Hoffnung erfüllt sich nicht. Einige "märchenhaft überzeichnete" Handlungsstränge folgen, die Hochweis fast zu viel werden, durch die sympathische Hauptfigur und die eingebaute Liebesgeschichte aber wieder gerettet werden. "Wie für die große Leinwand", bekundet die Kritikerin.
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