Fjodor Michailowitsch Dostojewski

Aufzeichnungen aus einem toten Haus

Roman
Cover: Aufzeichnungen aus einem toten Haus
Carl Hanser Verlag, München 2020
ISBN 9783446265738
Gebunden, 544 Seiten, 36,00 EUR

Klappentext

Fjodor M. Dostojewskis großer autobiografischer Roman in einer neuen Übersetzung von Barbara Conrad. Am Anfang steht ein Mord: Alexánder Petrówitsch Gorjántschikow wird zu zehn Jahren Zwangsarbeit verurteilt. Der verwöhnte Adelige kommt nach Sibirien ins Lager. Der Schock von Verbrechen und Strafe verändert ihn zutiefst, und so beginnt er den Bericht über das, was ihm und seinen Leidensgefährten Tag für Tag widerfährt. Dostojewski schreibt aus eigenem Erleben: 1849 wurde er wegen revolutionärer Umtriebe zum Tode verurteilt, nach einer Scheinhinrichtung deportiert und verbrachte vier Jahre in Ketten.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.10.2020

Rezensent Wolfgang Schneider preist die Neuübersetzung von Fjodor M. Dostojewskis Lager-Buch von 1862 durch Barbara Conrad. Die Mörder und Verbrecher, die Dostojewski in seinem Häftlings-Reigen beschreibt, kommen laut Schneider jetzt viel besser rüber als in den alten Übersetzungen. Kongenial scheint ihm die nicht idealisierende "naturalistische Mündlichkeit" mit ihrem "ruppigen" Ton, ihren syntaktischen Brüchen, Zeitenwechseln und Floskeln von Conrad erfasst. Altbackene umgangssprachliche Wendungen sind getilgt, und dieser "Prototyp" der Lager-Literatur glänzt mit zeitgemäßem Klang, freut sich Schneider.
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Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 30.07.2020

Wer Russland verstehen will, wo es herkommt, der muss Dostojewskis "Aufzeichnungen aus einem toten Haus" lesen, versichert Rezensentin Brigitte van Kann. Der Autor erzählt darin in fiktiver und doch eng an die eigenen Erfahrungen angelegten Form von dem sibirischen Straflager, in dem er selbst vier Jahre in Ketten saß. Seine Aufzeichnungen, die er trotz Schreibverbot anfertigen konnte, sind eine Art "dokumentarischer Grundlagentext" der gewissermaßen einen Faden liegen lässt, den Warlam Schalamow Jahrzehnte später mit seinen Aufzeichnungen aus dem Gulag wieder aufgreift, so die Rezensentin. Über den Hintergrund des Buchs informierte sie das höchst instruktive Nachwort der Übersetzerin Barbara Conrad. Und auch deren Übersetzungsleistung würdigt die Kritikerin: Immer nahe am Text und für das farbige Russisch der einfachen Leute tief in den Fundus deutscher Redensarten greifend.

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