Ana Kordsaia-Samadaschwili

Sinka Mensch

Roman
Cover: Sinka Mensch
Frankfurter Verlagsanstalt, Frankfurt am Main 2020
ISBN 9783627002756
Gebunden, 192 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Aus dem Georgischen von Sybilla Heinze. Es war einmal eine Stadt, deren Bewohner schworen, sie sei die schönste der Welt und in ihr würden Dinge passieren, von denen andere Städte nur träumen könnten. Genau in dieser Stadt, am ehemaligen Revolutionärsplatz Nummer eins, wohnt der verkrüppelte, in einem Kinderheim aufgewachsene Musiker Aleksi Adamiani, dessen Nachname schlicht "Mensch" bedeutet. Auch wenn das Schicksal ihm ein sehr schweres Leben beschieden hatte, lächelte es ihm auch zu und schenkte ihm das treue Akkordeon "Raviata", seine zwei engsten Freunde Kotiko und Data, die heimlich in ihn verliebte Tamriko und ein vermeintliches Enkelkind: Sinka Adamiani - Sinka Mensch. Die vom Leben gezeichneten Charaktere, von denen Anna Kordsaia-Samadaschwili erzählt,  nehmen alle ihr zumeist sehr hartes Schicksal an, und viele von ihnen werden an ihm scheitern, aber nicht, ohne ihm zuvor ihren Anteil am Glück abzutrotzen und die hellen Momente des Lebens zu feiern. Erdachtes und Wahres sind untrennbar miteinander verknüpft. In ihnen spiegeln sich die Geschichten der Stadt Tbilissi in der zweiten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts, das alltägliche Leben genauso wie die großen Tragödien, glückliche Fügungen und schwarze Tage, alles, was das Menschsein ausmacht.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 04.08.2020

Rezensentin Birgit Koß lernt die Geschichte Georgiens von der Mitte des letzten bis zum Beginn des neuen Jahrhunderts kennen in diesem Buch der georgischen Autorin Anna Kordsaia-Samadschwili. Die Kritikerin folgt hier dem Lebenskünstler Alexi und den im Zweiten Weltkrieg versehrten Freunden Data und Kotiko, die gemeinsam in Tiflis eine Schicksalsgemeinschaft bilden, Katze, Essen, Schnaps und wilde Geschichten teilen und dem Alltag trotzen. Märchen- und mythenreich sind die Geschichten, oft "drastisch" und "brutal", aber immer humorvoll und warm, versichert die Rezensentin, diesen "flirrenden, absurden" Roman unbedingt empfiehlt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.06.2020

Rezensentin Nicole Henneberg lässt sich gern verzaubern von Anna Kordsaia-Samadaschwilis Schelmenroman um ein wie aus dem Nichts in einem Haus in Tiflis auftauchenden Mädchen, das von seinen Bewohnern unter die Fittiche genommen wird. Die eigentliche Heldin der Geschichte aber ist die Stadt selbst, erkennt Henneberg, Tiflis mit seiner Geschichte und Geschichten, Geheimnissen, Gaunern, Aufschneidern und eleganten Frauen. Die anekdotenreiche, traurige, melancholische, immer liebevolle Erzählung zwischen Ernst und Spott hat es Henneberg sichtlich angetan.
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