Terry Eagleton

Die Wahrheit über die Iren

Cover: Die Wahrheit über die Iren
C.H. Beck Verlag, München 2000
ISBN 9783406466373
Taschenbuch, 171 Seiten, 15,24 EUR

Klappentext

Voller Sprachwitz und mit einer Fülle liebenswerter Details breitet Terry Eagleton die Abstrusitäten, Abgründe und wunderbaren Eigenheiten der irischen Volksseele vor uns aus. Er serviert seine Einsichten in den irischen Nationalcharakter schlückchenweise, alphabetisch sortiert beginnend mit A wie Alkohol. Am Ende entsteht aus diesem mit jeder Seite überraschenden Puzzle ein ungemein witziges, sehr menschliches und tief gründendes Portrait der Iren.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 04.01.2001

Ein launiges Porträt ist das, meint Hans-Christian Oeser. Eagleton schwanke in seinen Artikeln zu Irland und den Iren zwischen Information und Ironie und unterbreite dem Irland-Liebhaber so ein Vademecum bzw. Satire, je nachdem, in jedem Fall aber, so Oeser, eine vergnügliche Lektüre. Nur eines gibt der Rezensent zu bedenken: Wer, wie Eagleton hier, einen Mythos zu dekonstruieren suche, müsse damit rechnen, denselben hinterrücks wiederzubeleben. Als mit Poststrukturalismus und Postmoderne vertrauter Literaturwissenschaftler der er sei, meint Oeser, hätte Eagleton das wissen müssen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 18.11.2000

Terry Eagleton, bekannt vor allem als marxistischer Literaturtheoretiker, beschäftigt sich in seinem neuesten Buch mit Klischees und Wahrheiten über die Iren. Er tut dies, und zwar sehr überzeugend, wie Rolf-Bernhard Essig findet, mit der "Mosaik-Methode", kurze und längere Texte zu 97 Stichworten aneinanderreihend. Auf der einen Seite werden Vorurteile zurechtgerückt - kaum ein europäisches Volk etwa trinkt weniger Alkohol als die Iren und der Ulysses war in Wahrheit auch nie verboten - auf der anderen erweist sich doch manches als wahr, was man immer schon wissen glaubte. Das betrifft insbesondere den unerfreulichen Einfluss der katholischen Kirche. Eagleton, so Essigs Fazit, "bleibt keine Antwort schuldig" und alles, was ihm zum Glück noch fehlt, wäre ein Fortsetzungsband "Die Wahrheit über die Deutschen".

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 02.10.2000

Alphabetisch geordnet ?von A ("Alkohol") bis Z ("Zoologischer Garten, Dublin"), schreibt Alexandra Senfft, führt uns der Autor vor, was wir über Irland zu wissen glauben und was die Wirklichkeit dagegen ausmacht. Dabei geht es nicht nur um das wahre Irland als ausgebeutete Kolonie der Briten sondern auch um den modernen EU-Staat, in dem die Kluft zwischen Arm und Reich gewachsen ist. Es geht um Einwanderung und Fremdenhass in der traditionellen Auswanderergesellschaft ebenso wie um den Bedeutungsverlust der Katholischen Kirche und das per Dienstanweisung verbotene Sich-Bekreuzigen der Air-Lingus-Stewardessen beim Flugzeugstart - und viele andere Widersprüche. Die Rezensentin hat es mit staunendem Interesse gelesen und staunt am Ende darüber, dass trotz "gigantischer Einkommenssteuer" und so manch anderem Missstand sich bei einer jüngsten Umfrage 90 Prozent der Iren als "glücklich" bezeichneten.
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