Nach dem Ende seiner Amtszeit als Bundespräsident konnte bei Theodor Heuss von Ruhestand keine Rede sein: Er reiste, verfasste Bücher und Aufsätze, nahm in Vorträgen zu politischen und gesellschaftlichen Themen Stellung und betätigte sich nicht zuletzt als unermüdlicher Briefschreiber. Heuss blieb in den letzten vier Jahren seines Lebens eine gefragte Person des öffentlichen Lebens, dessen Wort im In- und Ausland weite Beachtung fand.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.08.2014
Wie Theodor Heuss einst die Hundebesitzer seiner Nachbarschaft wegen der "Bellerei" ins Gebet nahm oder wie er in der Oper seine Zahnprothese vermisste, solche Anekdoten in den Briefen des Bundespräsidenten haben Rainer Blasius erheitert. Auch über das damalige "Lobkartellunwesen" erfährt der Rezensent Aufschlussreiches, ebenso über Heuss und seine Liebe zu Toni Stolper, die Abneigung des Staatsmannes gegen die Jubiläumssucht der Deutschen und "subalterne Gefühle". Dass der hiermit vorliegende Abschlussband der Briefreihe der Stuttgarter Ausgabe, herausgegeben von der Stiftung Bundespräsident-Theodor-Heuss-Haus, angefüllt mit 200 ausgewählten Dokumenten aus der Zeit von September 1959 bis Dezember 1963, sorgfältig kommentiert und eingeleitet daherkommt, gefällt dem Rezensenten.
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