Karsten Grube, Erzähler des Romans, ein gerade mal 20 Jahre alter, unsicherer, aber arroganter Jungstudent mit dem Traum, Journalist zu werden, ist seit kurzem Praktikant des abgerissenen Lokalreporters und Kettenrauchers Martin Horn, der im Alleingang ein Anzeigenblättchen für die Trabantensiedlung erstellt. Gelangweilt von ihrem journalistischen Alltag stoßen Grube und Horn auf den skandalträchtigen Fall des von den Bewohnern des Märkischen Viertels so sehnsüchtig erwarteten Ausbaus der UBahnlinie 8. Grube und Horn suchen nach den Gründen des Baustopps, die sie schließlich in einem Berliner Bergwerksstollen finden, der von zwielichtigen Gestalten für Schmuggel und Schwarzhandel genutzt wird. Sie geben sich als Geschäftsleute aus und kommen dadurch dem Rotlichtmilieu gefährlich nah. Und die Versuchung, den Reizen der Westberliner Halbwelt zu erliegen, ist groß.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.03.2012
Nicht wirklich begeistern kann sich Rezensent Jan Wiele für diesen Roman um eine West-Berliner Jugend in den 70er und 80er Jahren. Die Geschichte um Karsten Grube, der während seines Praktikums bei einer Lokalzeitung auf einen stadtpolitischen Skandal gestoßen zu sein meint, bietet in seinen Augen über weite Strecken "mühsam fiktional aufbereitete" Lokalhistorie. Und trotz der Anleihen beim Krimi empfindet er das Buch als recht betulich und unspannend erzählt. Allerdings hält er dem Werk zu Gute, dass es exemplarisch vor Augen führt, wie "vernebelt" der Protagonist in seiner "engen Wessi-Welt" aufwächst. Die Bezeichnung "Ein Provinzroman" beschreibt das Buch nach Ansicht von Wiele daher auch sehr treffend.
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