Thomas Bernhard

Claus Peymann liest: Meine Preise

3 CDs
Cover: Claus Peymann liest: Meine Preise
tacheles!/RoofMusic, Bochum 2018
ISBN 9783864844997
CD, 20,00 EUR

Klappentext

3 CDs, ca. 201 Minuten Laufzeit. Gelesen von Claus Peymann. "Mit der Kälte nimmt die Klarheit zu". In zorniger Rückschau zieht Thomas Bernhard eine Bilanz der ihm verliehenen Literaturpreise. Auf die gesamte Menschheit schimpfend und über sich selbst den Kopf schüttelnd, entwirft er ein Selbstporträt des Autors als Preis- und Preisgeldempfänger. Detailliert schildert der begnadete Komiker die Tragödien, zu denen sich die Überreichung jeweils entwickelte - egal, ob Bremer Literaturpreis, Österreichischer Staatspreis, Grillparzer- oder Georg-Büchner-Preis. Thomas Bernhard hadert mit der Welt im Allgemeinen, dem Kulturbetrieb im Besonderen und ganz speziell mit sich selbst mittendrin.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 31.10.2018

Thomas Bernhard hasste Literaturpreise, hatte aber einen gewichtigen Grund, sie zu akzeptieren, erzählt Alexander Cammann in seiner Rezension: "Nehme ich nicht das Geld, wird es einer Niete in den Rachen geworfen." Hier liest nun Claus Peymann die Texte, der sich selbst einmal als Bernhards Witwe bezeichnet hat. Und dieses Zusammentreffen ist ein Glücksfall, so der Rezensent, denn der Regisseur, selbst ein monstre sacré, lese die Briefe mit angemessener Theatralität, vor allem aber mit berührender Präzision. Die Akzente, die Rhythmen, das nie überzogene Pathos, alles stimmt. Eine Übung in echter Radikalität aus den Zeiten vor dem "ausgeklügelten Emo-Management", das heutige Debatten so unerträglich macht, so der glückliche Rezensent.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.09.2018

Alexander Kosenina amüsiert sich köstlich mit Claus Peymanns Interpretation von Thomas Bernhards Nachlasstexten. Dass im Buch so manches zur Wirklichkeit hinzufantasiert wurde, stört Kosenina nicht. Peymanns "Lesedebüt" steigert das Parodistische und Verachtende der Bernhardschen Tiraden ohnehin ins Unermessliche, stellt er erfreut fest. Bernhard und seine Preise in Peymanns "diabolischer" Ausgestaltung geben dem Rezensenten das Gefühl, den Autor selbst sprechen zu hören, wie ihm die beigefügten Originalaufnahmen mit Bernhards Dankesreden zu bestätigen scheinen.

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