Die Werkausgabe präsentiert zum ersten Mal sämtliche zu Lebzeiten des Autors zur Veröffentlichung freigegebenen Werke - von den frühen, noch nie in Buchform erschienenen Arbeiten, über die großen Romane und Stücke bis zu der späten, bislang nur in Zeitungen und Zeitschriften aufgenommenen Prosa. Revidiert und kritisch durchgesehen folgt die Ausgabe streng der Intention des Autors. Ein weiteres Novum jedes Bandes ist seine im Nachwort wiedergegebene Entstehungsgeschichte, sein Ort im Bernhard'schen Kontinent sowie seine Wirkungsgeschichte. Als zusätzliche Besonderheit sind die neun großen Romane Bernhards in Einzelausgaben vorgestellt.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 11.09.2004
Nicht weniger als eine Darstellung von Leben und Werk Thomas Bernhards auf dem Raum einer langen Rezension der nach und nach erscheinenden Werkausgabe des Autors unternimmt Franz Haas. Neben einer Einschätzung Bernhards, seines Verhältnisses zu Österreich und seiner Wirkung und Nachwirkung steht die Autobiografie im Zentrum, in der Bernhard von den bitteren Anfängen seines Lebens berichtet, wenn auch nicht immer ganz wahrheitsgetreu. So hat er zwar, wie er schreibt, in Rotterdam gelebt, aber nie auf einem "romantischen Schifferboot" - und dies ist nur eine der "vielen falschen Fährten". Aufschlussreich und bewundernswert findet Haas die Autobiografie dennoch. So nennt er die Schilderung der Bombardierung von Salzburg "Bernhards grandiosen Beitrag zum Kapitel Luftkrieg in der Literatur". Nachzuvollziehen ist in der Erinnerung auch die Prägung der späteren Österreichkritik, in der Verquickung von Katholizismus und Nationalsozialismus sieht und erlebt Bernhard das Unheil, dem die Nation nicht entkommt. Die "Genauigkeit" der Aufzeichnung dient freilich, so Haas, nicht der realistischen Beschreibung, sondern der "Schaffung eines künstlichen Werks".
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