"Ein Trainer muss brüllen können. Ich übrigens brülle nicht. Es sieht aus wie Brüllen, aber in Wirklichkeit ist es Denken, und zwar sehr leidenschaftliches Denken." Von Selbstzweifeln angekränkelt und introvertiert ist Brussigs Trainer nicht gerade, wenn er über die Parallelen zwischen Theater und Fußball schwadroniert, gleich mal Goethe und Shakespeare bemüht und über die Unterschiede zwischen Fußball und Tischtennis philosophiert. Ohnehin lässt er kein Thema aus, ob Corona-Impfungen, Frauenfußball, Sprachverbote oder die WM-Vergabe nach Katar. Selbst darüber, ob man gern einen Boateng zum Nachbarn hätte, sinniert er und stellt die Rettungstat, als der 2016 im Spiel gegen die Ukraine den Ball noch von der Linie spitzelte, in aktuelle Bezüge.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 20.02.2023
Schon lange beobachtet Rezensentin Elke Schlinsog das schriftstellerische Wirken des Popliteraten Thomas Brussig. Der neue Band mit seinen Monologen zum Thema Fußball macht für sie die Entwicklung des Autors gut nachvollziehbar, sind die drei Texte doch über einen Zeitraum von zwanzig Jahren entstanden. Da ist es für die Kritikerin auch nicht so tragisch, dass sie zuweilen noch ein bisschen unausgegoren klingen, der wütende Beobachterton, den Brussigs Helden anschlagen, lässt Schlinsog auflachen und bildet für sie ein nettes Panorama auch über die Nachwendezeit.
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