Er brauche seinen Körper nur, äußerte Thomas Edison einmal, um sein Gehirn herumzutragen. Den Menschen in Geist und Körper, in Leib und Seele zu trennen, ist seit Descartes üblich geworden. Nur dem Bewusstsein wird zugestanden, mit unserer Umwelt Kontakt aufzunehmen und den menschlichen Körper wie ein Pferd zu reiten oder wie ein Auto zu steuern. Durch die medizinischen Technologien, die die menschliche Natur verfügbar machen, ist das Verhältnis zum Leib grundsätzlich in Frage gestellt. Es gilt den Zusammenhang wieder zu entdecken, dass "der Leib ist in der Welt wie das Herz im Organismus." (Merleau-Ponty). Unter Einbeziehung zahlreicher neurologischer, psychopathologischer und entwicklungspsychologischer Forschungen entwirft Thomas Fuchs eine breitgefächerte Phänomenologie unseres leiblichen und räumlichen Erlebens.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 11.07.2000
Professoren schreiben für Professoren. In einer grausam akademischen Kritik bespricht Michael Mayer zwei philosophische Bände zur Anthropologie: "Leib, Raum, Person" von Thomas Fuchs (Verlag Klett-Cotta) und "Zwischen Lachen und Weinen. Band 1: Das Spektrum menschlicher Phänomene" von Hans-Peter Krüger (Akademie Verlag).
Zu Thomas Fuchs` Anthropologie meint Mayer, der Autor entwerfe "seinen Begriff der Leiblichkeit als eines dynamischen, je schon in Beziehung zum Umraum statthabenden Prozesses". Es fällt auch das Stichwort "sorgsam gearbeitet". Hans-Peter Krügers Anthropologie bescheinigt der Rezensent, ein "bemerkenswertes Projekt" zu sein und versichert, der Autor gehe eine "Koalition mit dem common sense" ein. Dem interessierten Laien bleibt in dieser Kritik völlig unverständlich, worum es in den beiden Büchern geht. Man fragt sich, warum solche Rezensionen nicht in Fachzeitschriften veröffentlicht werden.
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