Wenn es in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts so etwas wie die "arme Verwandtschaft" unter den philosophischen Themen gab, so waren das die Gefühle. Zwar hatten sich Klassiker wie Platon, Aristoteles, Spinoza, Descartes und Hume eingehend mit ihnen befaßt, aber seit Kant, der sie als "Gegner der Vernunft" abtat, wurde den Gefühlen in der Philosophie nur noch wenig Beachtung geschenkt. Erst seit den 1960er Jahren rückten sie wieder in den Fokus des Interesses, und zwar aufgrund der Einsicht, daß Gefühle kognitive mentale Zustände sind, die dazu dienen können, andere Zustände und Handlungen rational zu machen. Strittig ist indes, von welcher Art emotionale Kognitionen sind. Der Band versammelt in historisch-systematischen Einzelstudien die wichtigsten Positionen in der Philosophie der Gefühle.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.10.2009
Erfreut zeigt Dominik Perler zwei Sammelbände an, die ihm einen neuen philosophischen Blick auf die Funktion und Bedeutung von Gefühlen eröffneten. Der von Sabine Döring herausgegebene Band "Philosophie der Gefühle" bekommt schon wegen der Auswahl viel Lob, die, wie er betont, insbesondere die analytische, englischsprachige Debatte um Gefühle erstmals auf Deutsch bündelt. Die Autoren dieses Sammelbandes suchen nämlich einen Mittelweg zwischen der "feeling"-Theorie" eines William James und dem "starken Kognitivismus", der noch vor zwanzig oder dreißig Jahren die Diskussion dominiert hat, erklärt der Rezensent. Mit großem Interesse hat Perler Ausführungen zum "kognitiven Gehalt" von Gefühlen, zu ihrer physischen Realität und ihrem Erscheinungsbild gelesen, und er stellt erfreut fest, dass der Band die Entwicklung der analytischen Philosophie auf diesem Gebiet eindrucksvoll festhält. Und nicht zuletzt, dass hier auch der Anschluss an biologische, sozialwissenschaftliche und psychologische Forschungen gesucht wird und auch das "philosophische Lagerdenken" völlig fehlt, nimmt den Rezensenten sehr für diesen Sammelband ein.
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