Aus dem Französischen von Jürgen Schröder. In drei erstmalig übersetzten Selbstdarstellungen aus den Jahren 1933, 1934, 1946 entwirft Maurice Merleau-Ponty das Programm einer dezidiert phänomenologischen Wahrnehmungsphilosophie. Beginnend mit vorausschauenden Andeutungen über seine zukünftigen Absichten, Kritiken seiner philosophischen Gegner und Beschreibungen seiner angestrebten Methoden, endet er mit einer Verteidigung seiner berühmten These vom Primat der Wahrnehmung. In der Perspektive der epochalen "Phänomenologie der Wahrnehmung" erscheint das Phänomen der Wahrnehmung mehr als nur ein mögliches Thema der Phänomenologie zu sein: Das Primat der Wahrnehmung impliziert Konsequenzen für die Philosophie in all ihren Erscheinungsformen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 08.01.2004
Nach längeren Erwägungen über Nietzsche und Merleau-Ponty, Bergson und Benjamin und über deren Begriff der Wahrnehmung sowie der Beobachtung, dass Merleau-Ponty die Wahrnehmung zunächst nicht auf ihre technischen Gegebenheiten bezieht, blickt der Rezensent Christof Weingärtner auch kurz in das vorliegende Buch. Er bemerkt, dass es sich um Frühwerke handelt, um Stipendienanträge des 25-Jährigen und - im ausführlichsten Text - um eine Ideengeschichte des eigenen Denkens. Schon hier, so Weingärtner, offenbart sich eine "erstaunliche Kontinuität seiner Thesen" zu späteren Arbeiten. Auch das Nachwort des Herausgebers wird gelobt: Es sei verständlich, allerdings wiederhole der Herausgeber Lambert Wiesing einen Fehler Merleau-Pontys, ein Festhalten an einem etwas abstrakten Begriff der Wahrnehmung bei gleichzeitiger Zeit- und Geschichtsblindheit.
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