Wer kennt das nicht? Nachmittags gelangweilt am Sofa rumhängen? Doch da, was ist das? Fußball spielende Mäuse? Heftig protestieren die winzigen Gestalten: "Wir sind keine Mäuse!" Sie entpuppen sich als Könige mit echten Kronen und eindrucksvollen langen Mänteln. Mit einem Mal werden sie auch ganz groß und das erstaunte kleine Mädchen fragt sie darüber aus, wie es ist, König zu sein. Bereitwillig erzählen die großen Könige vom Krönen, Schreiten, Thronen und anderen Pflichten. Und dann wollen sie selbst auch wissen, wie das so ist bei den kleinen Mädchen. Ganz schön anders!
"Eine seltsam schwebende, wunderbar leichte Story, ungewohnt ernst und zugleich verspielt", fasst Hans Ten Doornkaat bewundernd zusammen. Dabei geht es um ein kleines, sich langweilendes Mädchen, das unverhofften Besuch von drei Königen aus einem Loch in der Wand bekommt. Fraglos, so der Rezensent, sei es eine Geschichte für Kinder, doch wendet er ein, dass die Geschichte durch "bloß karge Linien hingezaubert" wurde und so mehr der Gegenwartsgrafik entspräche. Doch sieht er in den Zeichnungen auch ein "genuines Merkmal der Bilderbuchliteratur", nämlich die entscheidende "raffinierte Verbindung" von Worttext und Bildtext, die "mal parallel, mal ergänzend und mal allein" funktioniere. Er fügt auch hinzu, dass die "Agilität der freien Linie" den unvermuteten Wechsel zwischen den Szenen erlaube und diese "geradezu als Kippbilder" erscheinen lasse. Diese "Märchenbilder" versprechen "rares Bilderbucherlebnis", meint der Rezensent abschließend.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 07.05.2004
Eine Größe, den Figuren angemessen: Thomas Hamanns Buch, schreibt Michael Frank, ist eine "listige Sammlung weißer Blätter mit schwarzen Strichen darauf. Ist ein ziemlich stummes Buch mit ungemein beredten Gesten. Faszinierend karg." Und doch viel mehr als die Geschichte um die Striche herum: In der findet ein kleines Mädchen beim Spielen drei Könige, die eben keine Mäuse sind, und lässt sich von ihnen im Thronen, Schreiten und Krönen unterweisen. Die Könige nehmen ihrerseits Lektionen über Phänomene entgegen, die für sie ebenso exotisch sind: "Die Vorliebe für das Gemurmel der spannenden Geschichten. Für lange Zöpfe." Und worüber ein kleines Mädchen noch so Bescheid weiß. "Ein bisschen albern, ein bisschen frech, sehr überraschend", schreibt der begeisterte Rezensent - kein "Lachbuch", sondern ein "sehr heiteres 'Sichwundernbuch' über die Geheimnisse des Banalen". "Für jedes Alter", meint der Verlag? Fürwahr.
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